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10.12.2015

12:30 Uhr

Schweizer Rohstoffhändler

Glencore kürzt und gefällt

Anders als der Konkurrent AngloAmerican weiß Glencore mit seinem Sparprogramm zu überzeugen. Die Aktien der Minenkonzern schiessen über zehn Prozent in die Höhe und helfen der jüngst durchgeschüttelten Branche.

Der weltweit zweitgrößte Rohstoffhändler will seine Schulden weiter abbauen. Reuters

Das Firmenlogo beim Hauptsitz im schweizerischen Baar

Der weltweit zweitgrößte Rohstoffhändler will seine Schulden weiter abbauen.

Die Aussicht auf einen beschleunigten Schuldenabbau und zusätzliche Einsparungen ermuntert Anleger zum Einstieg bei Glencore. Die Aktien des Minenkonzerns und spezialisierten Rohstoff-Händlers stiegen an der Londoner Börse um bis zu elf Prozent auf 92,29 Pence. Damit notieren die Papiere aber immer noch rund 70 Prozent unter dem Niveau vom Jahresbeginn. In deren Windschatten legten die Konkurrenten Anglo American, Rio Tinto, Antofagasta und Fresnillo bis zu 2,6 Prozent zu.

Titel der gesamten Branche waren nach dem plötzlich angekündigten Stellenabbau bei Konkurrent Anglo American, der zwei Drittel seine Belegschaft entlassen will, während der Woche abgestürzt. Der Preisverfall macht den großen Playern unter den Rohstoff-Profis, die allesamt in London notiert sind, schwer zu schaffen.

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Die Minenunternehmen graben sich eine Grube: Sie fördern wie eh und je, obwohl die Preise fallen. Anglo American beugt sich nun dem zunehmenden Druck. Zwei Drittel seiner Belegschaft müssen gehen. Anleger fliehen aus der Aktie.

Glencore will seinen Schuldenberg unter anderem durch Anteilsverkäufe bis Ende 2016 auf 18 bis 19 statt 20 Milliarden Dollar reduzieren. Firmenchef Ivan Glasenberg zufolge wurden die Verbindlichkeiten von zeitweise rund 30 Milliarden Dollar bereits um 8,7 Milliarden Dollar zurückgefahren. Die Investitionen für 2015 strich das Unternehmen auf 5,7 von sechs Milliarden Dollar zusammen. 2016 seien statt der ursprünglich erwarteten fünf nur noch 3,8 Milliarden Dollar eingeplant.

Erreicht werden soll dies unter anderem durch den Verkauf von Geschäftsbereichen. Auch hier legte das Management die Latte höher. Es peilt nun Erlöse von drei bis vier Milliarden statt wie bislang von zwei Milliarden Dollar an. Dabei geht es um den Verkauf eines Minderheitsanteils an der Agrarsparte und um Kupfergeschäfte in Chile und Australien. Glencore macht schwer zu schaffen, dass die Rohstoffpreise wegen der mauen Weltkonjunktur eingebrochen sind. Auch setzte der Konzern die Dividendenzahlung an die Aktionäre aus. Die Pläne kamen dennoch gut an bei den Anlegern.

Von

rtr

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