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21.05.2012

14:52 Uhr

Schwere Entscheidungen

Schuldenkrise macht Börsengänge riskant

Aufgrund der Schuldenkrise werden Börsengänge zunehmend zum Vabanque-Spiel. Den Börsengang von Facebook halten viele für verpatzt. Die Nervosität der Anleger ist hoch - und Unsicherheit ist Gift für Börsenpläne.

Facebook patzte, auch in Deutschland sind Erstplatzierungen hart. dpa

Facebook patzte, auch in Deutschland sind Erstplatzierungen hart.

FrankfurtFacebook nicht hat den erhofften Durchbruch gebracht: Weiter hängen die Börsengänge vieler Unternehmen am seidenen Faden. Hauptgrund hierfür ist die europäische Schuldenkrise mit ihren unabsehbaren Folgen. „Der Markt macht anstehende Entscheidungen extrem schwer", sagt ein auf Börsengänge spezialisierter Banker. „Da gehören starke Nerven dazu, jetzt rauszugehen." Ein Kollege einer anderen Großbank warnt aber vor Schwarzmalerei: „Das Marktumfeld ist zwar nicht wahnsinnig einfach, aber für gute Firmen findet man durchaus Investoren."

Den weltweit beachteten Börsengang des Online-Kontaktnetzes Facebook halten viele für verpatzt. Die Aktien konnten trotz des Wirbels der vergangenen Wochen nach Aussagen von Insidern bei ihrem Debüt am Freitag nur dank massiver Stützungskäufe davor bewahrt werden, unter den Ausgabepreis von 38 Dollar zu fallen.

Börsengang: Facebook-Aktien zeitweise unter Ausgabepreis

Börsengang

Facebook-Aktien gehen auf Talfahrt

Die Facebook-Aktien haben in Frankfurt nur knapp über dem Ausgabepreis gelegen.

Und am deutschen Aktienmarkt stehen die Ampeln für Erstplatzierungen auch nicht auf grün: Mit einem Verlust von mehr als sechs Prozent seit Monatsbeginn steuert der Dax auf die schwärzeste Mai-Bilanz seiner Geschichte zu. Im Vergleich zu seinem Hoch vom März hat der deutsche Leitindex rund 800 Punkte verloren und liegt derzeit bei etwas über 6300 Zählern.

Zur Beruhigung der Nerven von Investoren habe auch der G8-Gipfel kaum etwas beigetragen, moniert Volkswirt Savanth Sabastian vom Brokerhaus CommSec. „Es gibt eine Menge Gerede, aber keine Substanz. So lange es keine Gewissheit um Griechenland gibt und die Furcht vor einer Ansteckung nicht nachlässt, werden uns die Kursschwankungen erhalten bleiben." Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten und Russlands bekannten sich bei ihrem Treffen am Wochenende zu einem Dreiklang aus Haushaltskonsolidierung, Strukturreformen und Wachstumsimpulsen, ohne jedoch Konkretes anzukündigen.

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