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10.02.2017

14:45 Uhr

Siemens

„Healthineers“ geht womöglich in den USA an die Börse

Siemens plant seine Medizintechniksparte „Healthineers“ womöglich in den USA an die Börse zu bringen. Das Ziel: ein höherer Preis. Siemens-Chef Kaeser bringt weitere Abspaltungen ins Gespräch.

Die Medizintechniksparte „Healthineers“ soll von Siemens womöglich in den USA an die Börse gebracht werden. Reuters, Sascha Rheker

Healthineers

Die Medizintechniksparte „Healthineers“ soll von Siemens womöglich in den USA an die Börse gebracht werden.

MünchenSiemens könnte sein Medizintechnikgeschäft womöglich in Amerika an die Börse bringen. „Wir haben uns dazu noch keine abschließende Meinung gebildet, aber wir sehen uns das ganz genau an“, sagte Vorstandschef Joe Kaeser in einem vorab veröffentlichten Interview mit „Euro am Sonntag“. „Wir könnten in den USA daher wohl einen höheren Preis erzielen.“ Siemens will im Laufe des Jahres seine in „Healthineers“ umgetaufte Medizintechniksparte an die Börse bringen, aber weiter die Kontrolle über die Tochter behalten. Noch ist unklar, ob Kaeser die Anteile an Investoren verkauft oder an seine Aktionäre verschenkt wie zuletzt bei Osram.

Der Siemens-Chef brachte weitere Abspaltungen ins Gespräch. „Ich kann mir durchaus eine Zukunft vorstellen, wo wir Anlegern die Möglichkeit geben, nicht nur in ein Unternehmen Siemens Healthineers oder Siemens-Gamesa Erneuerbare Energien gezielt zu investieren, sondern auch in ein leistungsstarkes digitales Industrie-Unternehmen“, sagte Kaeser.

Was mal alles Siemens war

Ein Konzern im steten Wandel

Was hat Siemens nicht schon alles hergestellt. Telefone, Computer, Halbleiter oder Geldautomaten. Der Konzern, 1847 als Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske in Berlin gegründet, hat sich seither gründlich und stetig gewandelt. Geschäfte kamen hinzu, andere verschwanden. Die Liste prominenter Abgänge ist lang. Eine Auswahl früherer Siemens-Geschäfte.

Halbleiter

Die heftigen Turbulenzen auf dem Markt veranlasste Siemens, das Geschäft abzuspalten - der Halbleiterhersteller Infineon wurde 1999 an die Börse geschickt.

Telekommunikation

Zwar war Siemens als Telegraphen-Hersteller gegründet worden, doch der rasche Wandel auf dem Telefonmarkt überforderte den Konzern. Lange bevor Nokia den Anschluss an Apple auf dem Handymarkt verlor, musste Siemens Mobile trotz zunächst großer Erfolge einst Nokia ziehen lassen. Das Geschäft mit Mobiltelefonen gab Siemens 2005 an den BenQ-Konzern ab. Nur wenig später musste der die Produktion einstellen. Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen für daheim verkaufte Siemens 2008 an Arques.

Netzwerke

Auch das Ausrüstungsgeschäft für Netzwerke trennte Siemens heraus und brachte das Geschäft 2007 in eine gemeinsame Firma mit Nokia unter dem Namen NSN ein.

Computer

Unter dem Namen Siemens Nixdorf baute Siemens einst nicht nur Geldautomaten, sondern auch Computer. Diesen Teil brachte Siemens in ein Joint Venture mit dem japanischen Hersteller Fujitsu ein und zog sich 2009 daraus zurück. Die Sparte mit Kassensystemen und Geldautomaten wurde zehn Jahre zuvor an Investoren verkauft und wurde 1999 als Wincor Nixdorf weiter geführt und an die Börse gebracht.

Auto

Wechselvoll ist auch die Geschichte, die Siemens als Autozulieferer erlebt hat. So hat der Konzern 2001 den Zulieferer VDO übernommen und mit dem eigenen Autogeschäft zusammengeführt. Nach einer Ein- und wieder Ausgliederung sollte VDO eigentlich an die Börse gebracht werden, ging aber dann 2007 im Wege eines Verkaufs an den Autozulieferer Continental.

Licht

Osram ist das jüngste Beispiel für ein Modell der Trennung. Das traditionsreiche Licht-Unternehmen gehörte lange zu Siemens. Angesichts milliardenschwerer Herausforderungen, etwa für die Entwicklung neuer Produkte nach dem Aus für die Glühbirne, wollte Siemens die Tochter mit einem Börsengang in die Freiheit entlassen - und dafür Milliarden einsammeln. Das klappte nicht, stattdessen buchte Siemens seinen Aktionären Osram-Aktien ins Depot, ein Börsengang light sozusagen. Seit 2013 ist Osram selbstständig.

Seinen Bestandsaktionären stellte er weiter steigende Dividenden in Aussicht. „Wir haben gerade die Gewinnprognose für 2017 erhöht und jetzt in Folge drei Jahre lang die Dividende gesteigert. Eine solche Serie lässt man nicht ohne Grund reißen“, sagte Kaeser. Für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte Siemens Ende Januar 3,60 Euro pro Aktie ausgeschüttet.

Von

rtr

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