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24.04.2015

19:20 Uhr

Sixt Leasingtochter

Börsengang soll bis zu 263 Millionen Euro einbringen

Am 7. Mai soll die Sixt Leasing ihr Börsendebut geben – und dabei bis zu 263 Millionen Euro einsammeln. Sixt entlässt die Leasing Tochter mit dem Gang aufs Parkett in die Unabhängigkeit.

Die Sixt-Tochter Sixt Leasing soll bei ihrem Börsengang Anfang Mai bis zu 236 Millionen Euro einsammeln. dpa

Entlassung in die Unabhängigkeit

Die Sixt-Tochter Sixt Leasing soll bei ihrem Börsengang Anfang Mai bis zu 236 Millionen Euro einsammeln.

FrankfurtDie Leasingtochter des Autovermieters Sixt will mit ihrem Börsengang bis zu 263 Millionen Euro einsammeln. Die Sixt Leasing AG soll am 7. Mai ihr Debüt an der Frankfurter Börse feiern, wie der Mutterkonzern am Freitag in Pullach bei München mitteilte.

Sixt will die Mehrheit an Sixt Leasing abgeben, wird aber auch nach dem Börsengang mindestens 40 Prozent an der Tochter halten. Diese erhofft sich bis zu 119 Millionen Euro an frischem Kapital, mit dem sie ihr Wachstum vorantreiben und bessere Zinskonditionen aushandeln will, um die Rendite zu steigern. Die Sixt SE, der bis zu 144 Millionen Euro zufließen sollen, gibt der Tochter weitere 30 Millionen Euro als Kapitalspritze.

Sixt zählt das Geschäft mit Leasing, dem Management ganzer Fahrzeugflotten und dem Verkauf von Neuwagen im Internet nicht mehr zum Kerngeschäft und entlässt die Tochter deshalb in die Unabhängigkeit.

Doch auch nach dem Börsengang will Sixt-Chef Erich Sixt will als Aufsichtsratschef der Leasing-Tochter deren Geschicke weiter mitbestimmen. Sixt Leasing hat im vergangenen Jahr mit fast 100.000 Flottenmanagement- und Leasingverträgen 575 Millionen Euro erwirtschaftet und vor Steuern 25,6 Millionen Euro verdient.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Bis zu 12,4 Millionen Sixt-Leasing-Aktien können von Montag an bis zum 6. Mai gezeichnet werden. Die Preisspanne wurde auf 17,90 bis 21,30 Euro je Aktie festgelegt.

An der Börse wäre Sixt Leasing damit mit bis zu 440 Millionen Euro bewertet. Begleitet wird der Börsengang federführend von der Commerzbank und der Berenberg Bank.

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