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02.03.2017

22:50 Uhr

Snapchat-Börsengang

Snap-Aktie feiert Traumstart an der Wall Street

Eine halbe Milliarde Dollar Verlust und Aktien ohne Stimmrechte: Beim Börsengang der Foto-App Snapchat kann Anleger nichts schrecken. Die Aktie beendet den ersten Handelstag weit über ihrem Ausgabepreis.

Die Macher der Foto-App gehen selbstbewusst an die Börse. dpa

Snapchat-Werbung an der New Yorker Börse

Die Macher der Foto-App gehen selbstbewusst an die Börse.

New YorkDie Aktie des Snapchat-Betreibers Snap ist am Donnerstag bei ihrer Premiere an der Wall Street durchgestartet. Die Papiere des Messaging-Dienstes verteuerten sich bei hohen Umsätzen gegenüber dem Ausgabepreis zeitweise um rund die Hälfte.

Erster Kurs war 24 Dollar. Es ging dann bis auf 26,05 Dollar nach oben. Das Papier beendete den ersten Handelstag mit 24,48 Dollar, was einem Aufschlag von 44 Prozent gegenüber dem Emissionspreis entspricht. Die New Yorker Börsen schlossen dagegen im Minus.

Es ist einer der größten Börsengänge in der Technologiebranche überhaupt. Snap hatte am Mittwoch 200 Millionen Aktien zu jeweils 17 Dollar bei Investoren untergebracht - deutlich mehr als die eigentlich erwarteten 14 bis 16 Dollar.

Bereits kurz nach Ermittlung des ersten Kurses empfahlen allerdings die Analysten des Anlageberaters Pivotal Research die Snap-Aktien zum Verkauf und riefen ein Kursziel von lediglich zehn Dollar aus. Das Papier sei "deutlich" überbewertet, begründeten sie ihre Einschätzung.

Snapchat in Zahlen

Was ist Snapchat?

Snapchat gilt als soziales Netzwerk der Stunde. Zwar sind die Nutzerzahlen im Vergleich etwa zu Facebook, Twitter und Instagram weitaus geringer, aber besonders viele junge Leute nutzen die App*

*Zahlen nach Angaben von Snapchat

Anzahl der Nutzer

Rund 150 Millionen Nutzer sind täglich aktiv.

Videos

10 Milliarden Videos sind täglich auf Snapchat zu sehen

Alter der Nutzer

Fast 90 Prozent aller Nutzer sind jünger als 35 Jahre

Ü25

60 Prozent sind jünger als 25

Heimatmarkt USA

60 Prozent der US-amerikanischen Smartphone-Nutzer zwischen 13 und 34 sind auf Snapchat

Insgesamt fließen dem WhatsApp-Rivalen 3,4 Milliarden Dollar zu. Unternehmensgründer Evan Spiegel fließen dabei 272 Millionen Dollar zu. Die Nachfrage hatte die angebotenen Papiere um mehr als den Faktor zehn überstiegen. Auf Basis des aktuellen Kurses ist das Unternehmen an der Börse rund 34 Milliarden Dollar wert, obwohl es weiterhin rote Zahlen schreibt, auch nicht mit Gewinnen rechnet und die Aktionäre kein Mitspracherecht bekommen.

Zum Vergleich: Beim Kurznachrichtendienst Twitter, dessen Umsatzwachstum zuletzt fast zum Erliegen gekommen ist, sind es nur etwas mehr elf Milliarden Dollar. In Deutschland sind unter anderem die Fluggesellschaft Lufthansa, Deutsche Bank und der Chip-Hersteller Infineon aus dem Kreis der 30 Dax-Unternehmen deutlich weniger wert. Bis zu den amerikanischen Technologie-Riesen Facebook (fast 400 Milliarden Dollar) und vor allem Apple (733 Milliarden Dollar) ist es für Snap aber noch ein weiter Weg.

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Am Donnerstag geht die Muttergesellschaft der Nachrichten-App Snapchat an die Börse. Im Vorfeld dringt aus Insiderkreisen durch, dass der Milliardenbörsengang offenbar eine Überraschung bereithält.

Snap aus Los Angeles ist erst fünf Jahre alt, und es gibt noch Zweifel am Geschäftsmodell. Das war beim Facebook-Börsengang ähnlich, mittlerweile sind die Bedenken aber weg. Quartal für Quartal verdient das weltgrößte Internet-Netzwerk jetzt Milliarden.

Snapchat wird vor allem von jungen Menschen unter 30 Jahren genutzt, die es schätzen, dass ihre Nachrichten schnell wieder gelöscht werden. Ende 2016 kam der Dienst auf 158 Millionen aktive Nutzer, 48 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Nettoverlust summierte sich auf knapp 515 Millionen Dollar nach 373 Millionen im Jahr 2015. Das Unternehmen nimmt vor allem mit Werbung Geld ein und konkurriert insofern direkt mit Google und Facebook.

Der Zeitpunkt für den Börsengang ist günstig. Die wichtigsten Aktien-Indizes in New York sind zuletzt fast täglich auf ein neues Rekordhoch geklettert. Die Börse wird angeschoben von der Hoffnung, dass der neue US-Präsident Donald Trump für mehr Wachstum, Investitionen und Jobs sorgt. Jetzt wird mit weiteren Börsengängen gerechnet, nicht nur aus der Techbranche. "Das Umfeld ist fantastisch. Man spürt die Lebensgeister hier. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als derzeit", sagte Stephen Massocca vom Finanzdienstleister Wedbush Securities. Außerdem herrschte bei Börsengängen im Technologie-Sektor im vergangen Jahr Zurückhaltung.

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Analysten wie Neil Wilson vom Wertpapierhändler ETX Capital sprachen allerdings von einer "groteske Bewertung". Denn diese entspreche bereits zum Ausgabekurs etwa dem 60-Fachen des Snap-Umsatzes. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor fünf Jahren bei Facebook. Und dies galt damals schon als extrem. Das Snap-Management argumentiert gerne mit der vielen Zeit, die die User die App nutzen. Außerdem gebe es ein großes Umsatzpotenzial, weil die Jugend verstärkt Videos in der Kommunikation untereinander nutze.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Baron v. Fink

02.03.2017, 17:53 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Heinz Keizer

02.03.2017, 18:40 Uhr

Das erinnert doch stark an den Neuen Markt. Die Anleger haben anscheinend ein schlechtes Gedächtnis.

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