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24.07.2017

16:58 Uhr

Snapchat-Mutter im Sinkflug

Snap-Aktie verbrennt 20 Milliarden Dollar

VonNils Jacobsen
Quelle:Meedia.de

Rund vier Monate nach dem furiosen Börsengang ist die Muttergesellschaft von Snapchat auf ein Allzeittief gekracht. Inzwischen notiert der Tech-Titel unter Ausgabeniveau, seit dem Höhenflug verlor die Aktie 50 Prozent.

Es ziehen Wolken auf für den Homo Novus der Tech-Börse. Reuters

Snapchat

Es ziehen Wolken auf für den Homo Novus der Tech-Börse.

Die raue Börsenrealität wird für Snap immer gruseliger. In den ersten 24 Stunden nach ihrem Börsengang konnten sich Evan Spiegel und Bobby Murphy Anfang März dabei noch wie die Könige der Wall Street fühlen. Zu Kursen von 17 Dollar hatte das fünfeinhalb Jahre alte US-Unternehmen seine Aktien bei zeichnungswilligen Anlegern platziert und zum Handelsstart dann gleich um 44 Prozent höhere Notierungen aufrufen können.

Bis auf in der Spitze 29,44 Dollar zogen die Anteilsscheine der Snapchat-Mutter in den ersten zwei Handelstagen ab – ein spektakuläres Plus von 73 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs, das Snap zeitweise mit enormen 40 Milliarden Dollar bewertete. Das war Anfang März.

Snap notiert deutlich unter dem Ausgabekurs – und gleichzeitig auf neuem Rekordtief
Viereinhalb Monate später sind die schönen Gewinne indes so mirakulös verschwunden wie ein Snap vom Vortag – und zwar komplett. Nach einem neuerlichen Kurssturz in der vergangenen Woche sind die Anteilsscheine des von Evan Spiegel geführten Internet-Unternehmens am Freitag nämlich erneut auf neuen Allzeittiefs angekommen – bei 14,36 Dollar auf Intraday- bzw. 14,48 Dollar auf Schlusskursbasis.

Das bedeutet auch: Jeder Anleger, der Snap-Aktien an der Börse erworben und bis heute gehalten hat, hat inzwischen Verluste eingefahren. Vom Ausgabekurs, der noch bei 17 Dollar gelegen hatte, haben zeichnungswillige Anleger inzwischen 15 Prozent eingebüßt.

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Crash von 51 Prozent vernichtet 20 Milliarden Dollar Börsenwert
Der Kurseinbruch der Snap-Aktie hat in der noch jungen Börsenhistorie unterdessen längst Crash-artige Ausmaße angenommen. Gegenüber den höchsten Notierungen bei knapp 30 Dollar betragen die Verluste nämlich bereits 51 Prozent. 20 Milliarden Dollar an Börsenwert hat Snap auf dem Weg vom Allzeithoch zum Allzeittief bislang vernichtet. Wie gewonnen, so zerronnen.

Snap Inc. wird nach dem Kurssturz an der Wall Street inzwischen „nur“ noch mit einer Marktkapitalisierung von 17 Milliarden Dollar bewertet – damit jedoch immer noch mit zwei Milliarden mehr als Social Media-Rivale Twitter.

Maßgeblichen Anteil am beschleunigten Kurseinbruch hatte zuletzt die überraschende Revision der Analysteneinschätzung von Wall Street-Institution Morgan Stanley, die Snap Inc. im März als eine der konsortialführenden Banken an die Börse gebracht hatte. Kursziel wenige Wochen später: 28 Dollar.

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„Wir haben uns geirrt“: Konsortialführer Morgan Stanley stuft Snap drastisch herab
Vorige Woche jedoch kassierte Analyst Brian Nowak seine optimistische Kaufempfehlung und strich das Kursziel drastisch auf 16 Dollar zusammen. Morgan Stanley stuft Snap Inc. lediglich noch als „equal-weight“ ein, also marktneutrale Position. Nowaks schlichte Begründung zum Sinneswandel: „Wir haben uns geirrt“ – ein denkbar schwacher Trost für Anleger.

Zusätzlich auf die Stimmung der Anleger drückt das absehbare Ende der sogenannten Haltefrist für Altaktionäre, die Ende Juli und im August ausläuft. J.P. Morgan rechnet damit, dass mehr als 1,2 Milliarden Aktien auf den Markt kommen.

Neue Fakten schaffen dürfte Snap unterdessen Anfang August mit Vorlage einer neuen Geschäftsbilanz für das abgelaufene Juni-Quartal. Die Mitte Mai vorgelegte erste Quartalsbilanz und der darauf folgende Arroganzanfall von CEO Evan Spiegel vor Analysten kamen an der Wall Street ganz schlecht an.

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