Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.04.2013

15:30 Uhr

So geht Kapitalerhöhung

Deutsche Bank zeigt es der Commerzbank

VonJörg Hackhausen

Die Deutsche Bank kündigt überraschend eine Kapitalerhöhung an - und die Aktie legt mehr als sieben Prozent zu. Der Bank ist es gelungen, eine bittere Pille süß zu verpacken; ganz anders als die Commerzbank.

Analyser to go

Trotz Kapitalerhöhung - JPMorgan empfiehlt Deutsche Bank zum Kauf

Analyser to go: Trotz Kapitalerhöhung - JPMorgan empfiehlt Deutsche Bank zum Kauf

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDie beiden größten deutschen Banken brauchen mehr Geld. Sowohl die Commerzbank als auch die Deutsche Bank kündigen eine Kapitalerhöhung an. Die Voraussetzungen könnten kaum unterschiedlicher sein - die Reaktionen an der Börse auch.

Bei der Commerzbank nehmen die Anleger Reißaus, bei der Deutschen Bank greifen sie zu. Die Aktie der Deutschen Bank legt am Dienstag fast acht Prozent auf 35,44 Euro zu. Dabei hatte die Bank am Vorabend eine milliardenschwere Kapitalerhöhung angekündigt. Normalerweise ist so etwas Gift für den Aktienkurs. Die Commerzbank war nach der Ankündigung ihre Kapitalmaßnahme im März abgestraft worden, weil die Altaktionäre eine massive Verwässerung ihrer Anteile fürchteten.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.


Die Wahrnehmung bei der Deutschen Bank ist eine ganz andere: Zwar sind die Experten überrascht über den Zeitpunkt. Aber die Meinung ist fast einhellig positiv. Endlich habe sich die Bank ihres größten Problems entledigt, heißt es. „Die Diskussion um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank sollte damit endgültig beendet sein“, erklärt Ingo Frommen, Bankanalyst der LBBW.

Sozusagen über Nacht platzierte die Bank insgesamt 90 Millionen Aktien bei Investoren. Der Preis lag bei 32,90 Euro, etwas höher als erwartet. Damit fließen dem Institut 2,96 Milliarden Euro zu. Angepeilt waren 2,8 Milliarden Euro.


Die harte Kernkapitalquote nach den neuen, strengeren Anforderungen der Regulierer (Basel III) kann damit schneller als geplant von 8,8 Prozent per Ende März auf rund 9,5 Prozent erhöht werden, womit die Deutsche Bank weltweit unter die Besten aufsteigt. Das gebe der Bank Spielraum, künftig auch wieder verstärkt Marktanteile zu gewinnen, sagte Finanzchef Stefan Krause.

Als besonders systemrelevante Bank muss die Deutsche Bank künftig auf eine harte Kernkapitalquote von zehn Prozent kommen. Eigenkapital gilt als wichtiger Puffer. Obwohl die strengeren Regeln erst ab 2019 gelten, wird an den Finanzmärkten bereits jetzt von den Banken erwartet, dass sie die Quoten voll erfüllen.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

30.04.2013, 12:15 Uhr

Das ist auch der Grund, warum die Vorstände und die Leute im Investmentbanking bei diesem Institut eben auch richtig gutes Geld verdienen, und bei der Schrott-Commerzbank eben nicht !

Account gelöscht!

30.04.2013, 13:24 Uhr

Nur die besten gehen dahin um noch besser zu werde, und sich anschließend selbständig zu machen um mit eigenem Geld auf eigene Rechnung erfolgreich zu arbeiten.

aktionaer

30.04.2013, 14:11 Uhr

Substanz setzt sich durch.

Mann sieht auch hier wieder: "die Hunde bellen, doch die Karavane zieht weiter".

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×