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18.05.2011

16:33 Uhr

Social Media

LinkedIn-Börsengang befeuert Internet-Hype 2.0

VonAnnika Williamson

Bildet sich in den USA die nächste Internet-Blase? Der aktuell Hype um Social-Media-Firmen nährt diesen Verdacht. Morgen geht das Karriere-Netzwerk LinkedIn in New York an die Börse - zu einem astronomisch hohen KGV.

Das Karrierenetzwerk LinkedIn geht mit einer hohen Bewertung an die Börse. Quelle: dapd

Das Karrierenetzwerk LinkedIn geht mit einer hohen Bewertung an die Börse.

DüsseldorfElf Jahre nach dem Platzen der New-Economy-Blase reißen sich Anleger in den USA wieder um Aktien von Internet-Unternehmen. Morgen geht die Social-Media-Plattform LinkedIn an die Börse. Und schon vor der Erstnotiz an der New Yorker Börse NYSE steht fest, dass das IPO ein Erfolg wird. Wegen der hohen Nachfrage von Investoren hat LinkedIn zum zweiten Mal die Preisspanne für seine Aktien erhöht. Zwischen 42 und 45 Dollar bietet LinkedIn die Papiere jetzt an, vergangene Woche lag die Preisspanne noch zehn Dollar niedriger.

7,84 Millionen Aktien bieten das Karrierenetzwerk und Anteilseigner wie Mitgründer Reid Hoffman zum Kauf an. Damit könnte LinkedIn mit dem Börsengang bis zu 352 Millionen Dollar einnehmen. Insgesamt käme das Unternehmen bei einem Verkaufspreis von 45 Euro auf eine Börsenbewertung von 4,11 Milliarden Dollar - das ist über 260 Mal so viel, wie LinkedIn 2010 an Gewinn erzielt hat.

Zu welchem Preis die Aktien letztlich verkauft werden und wie das Debüt an der Börse ausfällt, wird nicht nur bei LinkedIn selbst mit Spannung verfolgt. Auch andere Online-Konzerne schauen ganz genau hin, wie es dem Konkurrenten ergeht. Denn der Börsengang von LinkedIn ist der Lackmustest für die Unternehmen der Internet-Generation 2.0. Geht alles erfolgreich über die Bühne, heißt das, dass sich die Anleger auch von hohen Bewertungen für Social-Media-Unternehmen nicht abschrecken lassen.

Andere Web-2.0-Unternehmen wie Facebook, Twitter und Groupon könnten die nächsten Börsenkandidaten werden. Zum Jahreswechsel verkaufte Facebook Anteile an Goldman Sachs und andere Großinvestoren. Der Wert des Unternehmens wurde daraufhin auf 50 Milliarden Dollar geschätzt - zwölf Mal so viel, wie die aktuelle Bewertung für LinkedIn.

Auch an LinkedIn ist Goldman Sachs bereits beteiligt, genau wie die Großinvestoren McGraw-Hill Companies und Bain Capital. Das Unternehmen wurde 2002 mit Venture-Capital gegründet und ging im Mai des Folgejahres online. Mittlerweile beschäftigt es über 1000 Mitarbeiter in 200 Ländern. Die Plattform funktioniert ähnlich wie das deutsche Portal Xing: Über Profilseiten können sich Menschen untereinander vernetzen, doch anders als bei Facebook dreht sich bei LinkedIn alles um die Karriere. Mitglieder veröffentlichen ihren Lebenslauf, berufliche Interessen und Ziele.

Kommentare (2)

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Notarzt

18.05.2011, 17:01 Uhr

Irgendwo wird schon eine kleine Nadel die Blase platzen lassen. Ich müsste ja total verrückt sein, diese Aktie zu dem vorgegebenen Preis in mein Depot zu nehmen. Hinter diesen Netzwerken steckt doch nur Luft. Aber sehr viele brauchen ihren Hype und wenn er auch gerade zu in den Abgrund zeigt. Aber in dieser aufgeblasenen Welt ist das anscheinen ganz normal.

Bernank

18.05.2011, 21:45 Uhr

sehr witzige Bemerkung zum KGV.<br/>Hat sich der Autor mal das KGV des allgemeinen amerikanischen Marktes angeschaut. Kein Wunder dass Art Cashin von der UBS die WallStreet mit Zimbabwe verglichen hat:
"looking down from space and seeing their stock market rising and rising, one might think theyre having a pretty good time there."
Ich werde den Spruch nie vergessen. Aber uns droht ja Deflation, richtig?

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