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08.06.2011

15:02 Uhr

Sonderdividende

Anleger der Deutschen Börse reagieren reserviert auf „Leckerli“

Die Deutsche Börse will ihren Aktionären die Fusion mit der New York Stock Exchange mit einer Sonderdividende schmackhaft machen. Freudensprünge macht die Aktie nicht, allerdings hält sie sich besser als der Dax.

Die deutsch-amerikanische Partnerschaft bringt den Anlegern eine Sonderzahlung. Quelle: Reuters

Die deutsch-amerikanische Partnerschaft bringt den Anlegern eine Sonderzahlung.

FrankfurtDie Deutsche Börse und ihr Wunschpartner Nyse Euronext haben ihre Aktionäre mit der Aussicht auf eine Sonderdividende beim angestrebten Zusammenschluss kaum beeindruckt. Das Papier der Deutschen Börse notierte am Mittwoch 0,3 Prozent im Minus bei 53,34 Euro. Allerdings hielt es sich damit besser als der Dax, der wegen trüber Perspektiven für die US-Wirtschaft und der Schuldenkrise in Europa um über ein Prozent absackte. Die im S&P500 notierte Aktie des Wall-Street-Betreibers Nyse hatte nach der Mitteilung der beiden Unternehmen am Dienstag nach Xetra-Schluss an der Wall Street mit einem Abschlag von 0,7 Prozent auf 35,27 Dollar beendet.

Händler sagten, das Versprechen, nach dem für Ende des Jahres geplanten Abschluss der Transaktion eine Sonderdividende zu zahlen, habe nicht überrascht. Experten hätten ein solches „Leckerli“ schon erwartet. Wenn die Fusion gelingt, soll der neue Börsenriese nach dem Willen der beiden Partner bis zu 620 Millionen Euro an die Anteilseigner ausschütten.

Analysten begrüßten den Schritt dennoch: Das Ziel von Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni und seinem Kollegen, Duncan Niederauer von der Nyse, den weltgrößten Börsenkonzern zu schmieden sei nun etwas nähergerückt. Eine Sonderausschüttung sei eine Möglichkeit, wie man die Aktionäre animieren könne, das Vorhaben der beiden Börsen gutzuheißen, kommentierten etwa die Experten der DZ Bank die Nachricht. Leisten könne sich die Deutsche Börse beziehungsweise der neue Konzern eine solche Ausschüttung, hieß es von der Landesbank Baden-Württemberg.

Die Meinung der Investoren von Deutsche Börse und Nyse ist entscheidend für die Fusion. Bei einer Versammlung der Nyse-Investoren am 7. Juli müssen mindestens 50 Prozent für die Fusion stimmen. Daneben gilt bis zum 13. Juli ein Übernahmegebot des gemeinsamen Übernahmevehikels Alpha Beta Netherlands Holding an die Aktionäre der Deutschen Börse. Mindestens 75 Prozent der deutschen Papiere sollen für den geplanten Tausch in Aktien des neuen Konzerns eingesammelt werden. Wird eine dieser beiden Bedingungen nicht erfüllt, platzt die Fusion. Am Ziel angelangt sind die beiden Börsenkonzerne aber auch nicht, wenn vonseiten der Aktionäre grünes Licht kommt: Auch die Wettbewerbshüter können den Zusammenschluss vereiteln.

Immerhin eine Hürde ist schon genommen: Die Rivalen Nasdaq OMX und ICE, die die Nyse-Aktionäre mit einem höheren Gebot auf ihre Seite ziehen wollten, hatten das Feld geräumt. Die amerikanischen Wettbewerbshüter hätten signalisiert, einen Zusammenschluss der US-Konzerne nicht gutzuheißen, hieß es zur Begründung. So manch ein Analyst hält die Regulierungsbehörden daher auch für das größte Risiko für den geplanten Zusammenschluss zwischen Deutscher Börse und Nyse.

Von

rtr

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