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09.05.2011

15:01 Uhr

Sorge vor Kapitalerhöhung

Commerzbank-Aktie droht Sturz unter vier Euro

VonLaura de la Motte

Die Commerzbank-Aktionäre haben die anstehende Kapitalerhöhung abgesegnet. Doch so lange der Preis für die neuen Aktien nicht feststeht, bleiben die Anleger skeptisch. Der Kurs fällt auf einen neuen Tiefstand.

Commerzbank-Chef Martin Blessing darf den Nennwert der Aktien auf einen Euro senken. Auf der Hauptversammlung erhielt er dafür die Zustimmung. Anleger fürchten nun eine starke Verwässerung der Papiere. Quelle: dapd

Commerzbank-Chef Martin Blessing darf den Nennwert der Aktien auf einen Euro senken. Auf der Hauptversammlung erhielt er dafür die Zustimmung. Anleger fürchten nun eine starke Verwässerung der Papiere.

FrankfurtDem Staatsausstieg bei der Commerzbank steht nichts mehr im Wege. Am Freitag holte sich Deutschlands zweitgrößte Bank auf der Hauptversammlung die offizielle Genehmigung für die gigantische Kapitalerhöhung mit der sie bis Anfang Juni rund 90 Prozent der Stillen Einlage des Bundes zurückzahlen will. Zu welchem Preis die neuen Aktien ausgegeben werden, ist noch nicht bekannt. Fest steht aber, sie könnten sogar nur einen Euro kosten. Das würde den Anteil der Altaktionäre massiv verwässern. Darum reißt sich momentan kaum einer um die Papiere. Am Mittag lag die Aktie bei 4,11 Euro 3,3 Prozent im Minus und fiel damit auf einen neuen Tiefstand seit Ankündigung der Kapitalmaßahmen.

Insgesamt 8,25 Milliarden Euro will die Bank am Kapitalmarkt einsammeln, zusätzlich soll der Staat, besser gesagt der Bankenrettungsfonds Soffin, Aktien in Höhe von 2,75 Milliarden Euro nehmen. Die Kapitalerhöhung wird in jedem Fall gelingen. Die beteiligten Banken garantieren dafür, dass die geplanten elf Milliarden Euro zusammenkommen. Doch niemand weiß, zu welchem Preis sie durchgepeitscht wird. „Momentan testet der Markt den möglichen Emissionspreis“, sagt Matthias Engelmayer von Independent Research, der derzeit zum Verkauf der Papiere rät.

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Am 6. April gab die Commerzbank den Plan für die Kapitalerhöhung bekannt. Damals stand die Aktie bei 5,70 Euro. Seitdem kennt der Kurs nur eine Richtung: abwärts. Im ersten Schritt hat die Commerzbank Wertpapiere im Volumen von 5,7 Milliarden Euro verkauft, die Comen heißen und in den kommenden Tagen in je eine Aktie getauscht werden. Die Zahl der Aktien wird sich dann von vorher 1,33 Milliarden Stück fast verdoppeln. Der Preis der Comen lag mit 4,30 Euro pro Stück am unteren Ende der Preisspanne. „Der Verwässerungseffekt war damit deutlich höher als erwartet“, sagt Engelmayer. Nun fürchten die Anleger, die neuen Aktien für den zweiten Teil der Kapitalerhöhung könnten ebenfalls die bisherigen Anteile noch stärker verwässern als bisher erwartet.

Ursprünglich hatte Konzern-Chef Blessing eine Preisuntergrenze von 2,60 Euro angesetzt. Doch das könnte eventuell nicht reichen, um genügend weitere Aktien zu platzieren. Bei dem heutigen Kurs von 4,11 Euro und einem üblichen Abschlag von 30 Prozent würde der Preis für die neuen Papiere bereits bei 2,88 Euro liegen und die Commerzbank müsste 1,84 Milliarden weitere Anteilsscheine ausgeben. Dann wären insgesamt 4,5 Milliarden Anteilsscheine im Umlauf.

Kommentare (9)

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aruba

09.05.2011, 17:41 Uhr

Guten Tag,.... Diese Idioten wuerden sogar noch die Bank of America kaufen,.... aus purem Groessenwahn. Gott strafe sie dafuer. esten Dank

TedMosby

09.05.2011, 18:54 Uhr

Frage: Wieso verwässern die Anteile?
Die ausgegebenen Bezugsrechte fangen den Effekt doch auf (abgesehen von einem möglichen Dividendennachteil)?
Wäre klasse, wenn mir da jemand hilft! An der Uni lernt man natürlich alles ohne Verwässerung...

XRay

09.05.2011, 23:11 Uhr

Was uns der Dreisatz lernt
1,3 : 4,3 = Kaufkurs : 5,7 == >
Kaufkurs = 1,72

Mit Risiko, wer sagt uns, daß demnächst Dresden 2 kommt,
wieviel Griechische Papierchen haben wir denn so im keller ?

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