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13.01.2010

22:02 Uhr

Spacs

Per Black Box an die Börse

VonHans G. Nagl

Das "Spac" Helikos will die Konstruktionsfehler seiner Vorgänger vermeiden. Die voraussichtlich 250 Mio. Euro schwere Emission wäre zugleich der erste Börsengang in Deutschland im laufenden Jahr. Dennoch dürfte die Anlageklasse eine Randerscheinung bleiben.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Arcandor Thomas Middelhoff ist mitverantwortlich für "Germany 1". dpa

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Arcandor Thomas Middelhoff ist mitverantwortlich für "Germany 1".

FRANKFURT. Nach anderthalb Jahren Pause wagt sich mit Helikos hierzulande das zweite Investmentvehikel aus der Deckung und plant den Sprung auf das Parkett. Die voraussichtlich 250 Mio. Euro schwere Emission, die bis Ende Januar erfolgen soll, wäre zugleich der erste Börsengang in Deutschland im laufenden Jahr.

Ob die sogenannte Special Purpose Acquisition Company (Spac) Türöffner für weitere Platzierungen im nur sehr schwachen IPO-Markt spielen kann, ist mehr als fraglich. "Es ist doch ein sehr spezielles Produkt, dass ich nicht zwingend als Eisbrecher für den IPO-Markt sehen würde", sagte Georg Hansel, Manager der Deutschen Bank. Letztere begleitet den Helikos-Börsengang federführend. Mit Hochtief Concessions und Scan Energy waren Ende 2009 zwei prominente IPOs hierzulande geplatzt. Hansel stellte zudem klar, dass Spacs eine Ausnahmeerscheinung bleiben dürften. Zwar gebe es Interessenten, es werde aber keinen Boom geben.

Spacs sind leere Börsenmäntel, die geführt von renommierten Managern bei Anlegern platziert werden. Binnen zwei Jahren muss ein Übernahmeziel gefunden werden. Der Anleger weiß somit zunächst nicht, in welche Gesellschaft er investiert. Allerdings kann er zusammen mit den anderen Eignern später den Kauf ablehnen, falls sich hierfür eine Mehrheit findet. Im Falle einer Übernahme wird die Firma auf das Spac verschmolzen, so dass sie direkter als beim IPO den Weg an die Börse findet. Bleibt ein Deal aus, wird das Geld nach 24 Monaten verzinst zurückerstattet - das Spac löst sich auf.

Man habe von den Investoren "gute Resonanz" auf die Börsenpläne erhalten, gab sich Helikos-Chef Roland Linau zuversichtlich. Der Ex-Investmentbanker von der Deutschen Bank ist seit einigen Jahren Managing Director bei Wendel, einer Investmentgesellschaft aus Frankreich. Mit an Bord ist zudem der Professor und Unternehmensberater Hermann Simon, der den Begriff "Hidden Champions" für deutsche Weltmarktführer geprägt hat.

"Unser Ziel ist es, eine Mittelstandsperle zu erwerben", sagte Linau. Bereits jetzt fänden sich etwa 20 Firmen in der engeren Auswahl für den Spac. Helikos will in Unternehmen mit einem Wert von 300 Mio. bis zu einer Mrd. Euro investieren. Damit ist es keineswegs unwahrscheinlich, dass es auch zu einer Minderheitsbeteiligung kommen kann.

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