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28.01.2005

15:30 Uhr

Starkes Wirtschaftswachstum bringt Potenzial für weitere Kursgewinne – Warschau entwickelt sich zum führenden Platz

Experten sehen noch Chancen im Osten

VonRegine Palm

Die Aktienmärkte in den neuen, mittel- und osteuropäischen EU-Staaten haben nach Experteneinschätzung auch in diesem Jahr erhebliches Wachstumspotenzial. Das gilt besonders für Polen, Ungarn und Tschechien, aber auch für die Slowakei und Slowenien. Ein kräftiges Börsenwachstum zeichnet sich außerdem in Ländern wie Rumänien und Bulgarien ab, die im Jahr 2007 der Europäischen Union (EU) beitreten wollen.

HB DÜSSELDORF/WARSCHAU.Das Interesse internationaler Anleger gilt einem Wirtschaftsraum, der sich in den nächsten Jahren gewaltig entwickeln wird. Da die neuen EU-Mitglieder besonders bei der Infrastruktur erheblichen Modernisierungsbedarf haben, eröffnen sich für in- und ausländische Firmen große Investitionschancen. So ist der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (FDI) wieder angestiegen. Allein nach Polen flossen Investitionen von sieben Mrd. Dollar. Für Kapitalzuflüsse sprechen auch weitere Privatisierungen wie die des polnischen Versicherers PZU und des tschechischen Energieversorgers CEZ. Die EU-Erweiterung verschärft zudem die Konkurrenz auf dem EU-Binnenmarkt und trägt damit zur Belebung der Wirtschaft bei.

Der Einstieg westlicher Anleger hat die Indizes der Börsen in Warschau, Budapest und Prag auf historische Höchstwerte getrieben. In den zurückliegenden zwölf Monaten haben der WIG in Warschau, der BUX in Budapest und der PX 50 in Prag um etwa 40 Prozent zugelegt. Der slowakische SAX stieg sogar um über 50 Prozent und der slowenische SBI 20 um knapp 30 Prozent. Parallel dazu hat das Handelsvolumen an diesen Börsen erheblich zugenommen. Gestiegen ist zudem die Nachfrage inländischer Investoren, zu denen vor allem die kapitalbildenden Pensionsfonds zählen.

Es sind vor allem die großen, börsennotierten Gesellschaften, die von dem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum in diesen Ländern profitieren. Polen, Ungarn und Tschechien erwarten in diesem Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von vier bis fünf Prozent. Im Westen kann man von solchen Zuwächsen nur träumen.

Matthias Siller, Fondsmanager von Raiffeisen Capital Management (RCM) bleibt daher für die mittel- und osteuropäischen Börsen optimistisch gestimmt. Die Voraussetzungen für weitere Kursgewinne seien gut. „Das wirtschaftliche Umfeld bleibt positiv“, lobt Siller. Die Länder profitierten von den Direktinvestitionen aus dem Ausland. Zum anderen verfügten die zentraleuropäischen Konsumenten über ein reales Einkommenswachstum. Auch Manfred Weidmann von der Bank Austria Creditanstalt ist optimistisch. Er erwartet, „dass das Wirtschaftswachstum 2005 und 2006 robust bleiben wird“. Positiv sei vor allem zu bewerten, dass das Konsumentenvertrauen der neuen EU-Mitgliedstaaten seit März 2004 massiv angestiegen sei und seither kontinuierlich zugenommen habe. Dies sei „in jedem Fall ein positives Zeichen für das neue Jahr in Mittel- und Zentraleuropa“, schreibt Weidmann im Osteuropa-Report der Bank.

Im Jahr 2004 entsprach der Anstieg der Börsenindizes ziemlich genau dem Profitwachstum der großen Gesellschaften. In Polen zählen dazu die Bank PKO BP, die Telekomunikacja Polska, der Energiekonzern PKN Orlen und der Kupferproduzent KGHM Polska Miedz. In Ungarn die OTP-Bank, der Energiekonzern MOL und die Telekom Matav. In Tschechien Unipetrol und und der Pharmaproduzent Zentiva.

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