Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.04.2015

12:03 Uhr

Strategieschwenk enttäuscht

Deutsche-Bank-Aktie dritten Tag im Minus

In den Augen vieler Anleger ist die Deutsche Bank ein Hasenfuß: Drastische Einschnitte wagt das Kreditinstitut nicht, nur die Postbank wird verkauft. Die Börsianer machen Ärger Luft – und lassen die Aktie abstürzen.

Das Kreditinstitut hat mit seiner neuen Strategie viele Anleger enttäuscht. AFP

Deutsche Bank:

Das Kreditinstitut hat mit seiner neuen Strategie viele Anleger enttäuscht.

DüsseldorfNach sechsmonatiger Prüfung legte die Deutsche Bank am Montag ihre neue Strategie vor. Das Fazit vieler Investoren: Sie hatten eine radikalere Kursänderung erwartet und sind enttäuscht. Die Pläne zum Umbau der Deutschen Bank konnten die Anleger nicht überzeugen.

Die Aktien verloren daraufhin am Montag in der Spitze 5,8 Prozent. Am Dienstag setzte sich der Abwärtstrend fort: Die Papiere notierten zeitweise bei einem Zwei-Monats-Tief von 28,83 Euro und schlossen mit einem satten Minus von 3,7 Prozent. Und auch am Mittwoch stießen die Anleger die Aktien scharenweise ab – zeitweise verloren sie weitere 0,50 Euro. Am Vormittag notierten die Papiere 0,4 Prozent im Minus bei 28,90 Euro.

Vergleicht man den heutigen Stand der Aktie mit dem vor einen Jahr, haben die Papiere ganze drei Prozent verloren. Fazit: „So grandios ist das nicht, was die Deutsche Bank da angekündigt hat. Einige hatten sich noch drastischere Einschnitte erhofft, wie die Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts“, sagte ein Händler.

Der Aufsichtsrat entschied sich für die „kleine“ Lösung – nur die Tochter Postbank wird verkauft. Zudem soll das verbleibende „blaue“ Filialnetz massiv ausgedünnt und die Investmentbank abgespeckt werden. Die Postbank-Aktien schossen um bis zu knapp 13 Prozent in die Höhe auf 36,51 Euro, den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten.

Deutsche-Bank-Strategie: Anshu Jains Bringschuld

Deutsche-Bank-Strategie

Premium Anshu Jains Bringschuld

Die Strategie der Deutschen Bank ist richtig, aber kommt viel zu spät. Der Umbau hätte schon vor zwei Jahren eingeleitet werden können. Anshu Jain muss liefern – sonst werden die Aktionäre die Managementfrage stellen.

Trotz einer zusätzlichen Belastung von 1,5 Milliarden Euro durch die unerwartet hohe Geldbuße wegen der Manipulation von Zinssätzen reichte es bei der Deutschen Bank im ersten Quartal zu einem Überschuss von 559 Millionen Euro. LBBW-Analyst Ingo Frommen, der die Ergebnisse als „sehr solide“ bezeichnete, rechnet allerdings damit, dass weiterhin Rechtsrisiken und nun auch Restrukturierungsaufwendungen die Zahlen verhageln dürften.

Börse Frankfurt: Dax bricht ein

Börse Frankfurt

Dax bricht ein

An der Frankfurter Börse geht die Nervosität um: Kurz vor der Sitzung der US-Notenbank erleidet der Dax den heftigsten Tagesverlust im laufenden Jahr. Am meisten verloren haben K+S, Merck, Infineon – und ein Autobauer.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Damian Sicking

29.04.2015, 11:30 Uhr

Freunde, wenn ihr vom Handelsblatt nicht zwischen der der Deutschen Bank und der Deutschen Bundesbank (Foto) unterscheiden könnt, wer dann...?.

Frau Marie Schöneburg

29.04.2015, 15:28 Uhr

Sehr geehrter Herr Sicking, vielen Dank für den Hinweis. Ist bereits geändert. Viele Grüße aus der Redaktion.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×