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12.10.2011

17:48 Uhr

Tabakkonzerne

„Geraucht wird immer“

VonMichael Brächer

Weil Zigaretten immer Konjunktur haben, greifen Anleger in Krisenzeiten verstärkt zu Zigarettenwerten. Doch auch die Papiere der Tabakkonzerne können sich dem Umfeld an der Börse nicht völlig entziehen.

Aktien der Tabakkonzerne sind stark gefragt. Reuters

Aktien der Tabakkonzerne sind stark gefragt.

DüsseldorfDer Chef von Big Tobacco ist sauer auf seinen Vorstand. "Wir verkaufen Zigaretten", sagt er. "Und die sind cool, überall zu haben und machen süchtig. Die Arbeit macht sich fast von alleine!"
Was in der Hollywood-Satire "Thank You for Smoking" die Methoden der Zigarettenindustrie entlarven soll, gilt an der Börse fast schon als Binsenweisheit: Geraucht wird immer.

Kein Wunder also, dass Anleger in Krisenzeiten verstärkt zu Zigarettenwerten greifen. "In den letzten drei Monaten haben Tabakwerte den Markt um 27 bis 30 Prozent überflügelt", sagt der Analyst Jonathan Fell von der Deutschen Bank.

Tabakkonzerne: Blauer Dunst im Aufwind

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Während es für die Märkte in diesem Jahr immer weiter nach unten ging hat eine Branche ihre gute Laune nicht verloren. Die börsennotierten Tabakkonzerne konnten seit Jahresbeginn allesamt an Kurswert zulegen.

Zudem gelten die fünf großen Tabakkonzerne - Altria, British American Tobacco, Imperial Tobacco, Japan Tobacco und Philip Morris International - als Garanten für hohe Dividenden. Wer beispielsweise Papiere von Philip Morris International sein Eigen nennt, konnte sich zuletzt über eine 4,7-prozentige Gewinnausschüttung freuen. Bei den Dax-Konzernen lag die Dividendenrendite im letzten Jahr dagegen im Schnitt nur bei drei Prozent.

Aktionäre von Philip Morris haben gute Chancen, bei der nächsten Auszahlung noch mehr zu profitieren - in den vergangenen drei Jahren steigerte das Unternehmen die Dividenden um insgesamt 39 Prozent.

Allerdings sind auch Tabakaktien nicht völlig krisenresistent. "Dem aktuellen Umfeld an der Börse können sich auch die Tabakaktien nicht ganz entziehen", sagt der Analyst Lars Lusebrink von Independent Research. Den sinkenden Verkaufszahlen in Europa können die Tabakchefs dagegen gelassen entgegensehen, denn die Konzerne leiden darunter längst nicht so stark, wie man vermuten würde. "Sie expandieren auf neuen Märkten, etwa den Philippinen oder Südkorea, um die Rückgänge auf den Heimatmärkten zu kompensieren", sagt Lusebrink.

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