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07.10.2013

14:33 Uhr

TAG-Aktie bricht ein

Zweifel an Immobilienstar Elgeti

Rolf Elgeti gilt als Star unter den Immobilienmanagern. Ein Artikel wirft ihm vor, sein eigenes „Immobilienimperium“ aufzubauen. Von Interessenkonflikten und zu teuren Kaufpreisen ist die Rede. Der Aktienkurs bricht ein.

Rolf Elgeti ist Vorstandsvorsitzender bei TAG-Immobilien. Bernd Roselieb für Handelsblatt

Rolf Elgeti ist Vorstandsvorsitzender bei TAG-Immobilien.

Beim sonntäglichen Frühstück dürfte Rolf Elgeti die Zeitung vor Schreck aus der Hand gefallen sein. Die „Welt am Sonntag“ erhebt in einem anderthalbseitigen Artikel schwere Vorwürfe gegen den Vorstandschef von TAG Immobilien.

Dem Chef des Immobilienunternehmens aus dem MDax wird vorgeworfen, auch privat ein „Immobilienimperium“ errichten zu wollen. Laut TAG besitzt Elgeti 16 Objekte. Die Zeitung berichtet, dass Elgeti an rund 20 Firmen beteiligt sei, „deren Zweck es sei Immobilien zu kaufen oder zu verwalten“.

Rolf Elgeti: Lebenslauf eines Aufsteigers

1976

Geboren in Rostock in Mecklenburg-Vorpommern.

1995

Abitur mit fünf Leistungskursen und der Bestnote 1,0.

1996

Wirtschaftsstudium in Mannheim, danach in Paris.

1999

Mit 22 Jahren folgt der Berufseinstieg bei UBS als Aktienanalyst.

2000

Es folgt der Wechsel in die Aktienstrategie bei Commerzbank Securities.

2004

Mit 27 Jahren wird er Chefstratege bei ABN Amro.

2007

Mit 30 Jahren steigt er als Analyst aus und verwaltet von da an Immobilienfonds.

2009

Vorstandschef bei der TAG Immobilien AG in Hamburg.

2013

Elgeti hat TAG in kürzester Zeit zu einen der größten Wohnimmobilienkonzerne in Deutschland gemacht. Die Gesellschaft verwaltet knapp 70.000 Wohnungen. TAG ist damit einer der größten börsennotierten Immobiliengesellschaften in Deutschland.

2013

Ein Bericht der „Welt am Sonntag“ kratzt am Image des Saubermanns. Die Zeitung berichtet, Elgeti habe private und geschäftliche Interessen vermischt - und dabei auf Kosten des Unternehmens profitiert. Elgeti erklärt, die Vorwürfe seien „komplett falsch“, räumt aber ein, er hätte seine privatem Immobilien-Investitionen früher offenlegen sollen.

2014

Elgeti gibt überraschend den Chef-Posten zum 31. Oktober auf. Er will sich neuen Aufgaben widmen.

Weiterhin berichtet die Zeitung vom Kauf eines Hochhauses in Rostock für fast 3,5 Millionen Euro auf eigene Rechnung von dem österreichischen Investor Nemat Farrokhnia gekauft. Von dem gleichen Verkäufer habe die TAG mit ihrem Vorstandschef Elgeti ein Jahr zuvor für 30 Millionen Euro das „Brandenburgische Viertel“ mit mehr als 1000 Wohnungen in Eberswalde erworben. Dabei sei das Portfolio erst wenige Wochen vorher über die BNP Real Estate auf dem Markt angeboten worden.

Farrokhnia und sein Geschäftspartner Wolfgang Hahn hätten es für 25 Millionen Euro gekauft und fünf Millionen teurer an die TAG weitergereicht. Zuvor habe Hahn der TAG schon 430 Wohnungen in Chemnitz für 23,75 Millionen Euro verkauft, die er gerade erst für gut 19 Millionen gekauft hatte. Nach Angaben von Elgeti und Aufsichtsratschef Lutz Ristow konnte die TAG das Objekt in Rostock unter anderem deshalb nicht selbst kaufen, weil es zu klein sei. Die Wams erkennt dagegen Anzeichen für einen „klassischen Interessenkonflikt“.

TAG bestreitet auch die weiteren Vorwürfe. Alle privaten Immobiliengeschäfte Elgetis seien mit dem Aufsichtsrat in allen Details besprochen und anwaltlich geprüft. Auch den Vorwurf, Elgeti habe in verschiedenen Fällen zu Lasten der Aktionäre und des Unternehmens zu teuer gekauft, weist TAG zurück.

Die Aktionäre haben bereits reagiert und verkaufen TAG-Aktien. Der Kurs des im MDax notierten Unternehmens fiel um mehr als zehn Prozent. Der Auslöser dafür kann nur der Pressebericht gewesen sein, Tag hatte weder Zahlen noch Personalien oder Immobiliendeals verkündet.

Kommentare (5)

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Klingone

07.10.2013, 14:52 Uhr

den kenne Ich noch als "Analyst" im Fernsehen für die Aktienmärkte. Schauen wir mal...was dann so rauskommt. Offensichtlich hat dieses Land immer mit dem selben Typ Mensch zu kämpfen.

Starjournalist

07.10.2013, 18:33 Uhr

Wahrscheinlich wird Blackstone, Cerberus und andere Heuschrecken bald den Fuss zwischen Tür und Angel setzen und danach sind hochgepriesene Immobilienaktien nicht mehr mal den Wert von Papier und Tinte wert auf denen sie stehen.

Siehe IVG und andere Aktien und Fonds die es nur noch mit Triple ZZZ gibt.

Dann lieber Geld Versaufen und leichten Mädchen ausgeben, sonst machens die Heuschrecken!!!

Analyst_des_HB

07.10.2013, 19:13 Uhr

Immobilien-AG's rentabel? Was sagt hier Cerberus und Blackstone dazu?

Schon gesehen was IVG passiert ist!!!!

Es gibt genügend Beispiele, wie verlogen der Aktienmarkt doch ist.

Dann lieber im Oktoberfest mit ein paar Dirndl das Geld verjubeln, dahat man wenigstens Spass, ansonsten würde dieser Spaß Cerberus und Blackstone zuteil.

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