Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.04.2006

07:00 Uhr

Taschencomputer-Hersteller

Palm verunsichert Analysten

VonAnette Kiefer

Über die Erfolgsaussichten der Technologieaktie Palm gehen zurzeit die Meinungen auseinander: Während die Analysten seit Wochen ihre Anlageurteile herabstufen, sind die Investoren im Kaufrausch.

HOUSTON. Anfang März bescherte das dem Taschencomputer-Hersteller ein Allzeithoch bei knapp 22 Dollar. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um mehr als ein Viertel verbessert und innerhalb von zwölf Monaten sogar verdoppelt.

Angeheizt wurde die Nachfrage am Markt von den guten Quartalsergebnissen, die Palm vor einigen Tagen präsentierte: Mit knapp 30 Mill. Dollar Gewinn oder 28 Cent pro Aktie ließen die Kalifornier sowohl die Analystenprognosen als auch ihre eigenen Vorjahreszahlen weit hinter sich. Gleichzeitig erhöhte Palm die Unternehmensprognose für die nächsten Quartale deutlich.

Vor einem Jahrzehnt gehörte Palm zu den Pionieren bei Taschencomputern (PDAs). Inzwischen geht der Industrietrend zu so genannten Smartphones, die PDAs mit E-Mail- und Handyfunktionen kombinieren. Auch hier ist Palm bislang Marktführer. Im vergangenen Quartal hatten die Treo-Produkte mehr als 70 Prozent des Umsatzes eingebracht.

Doch die Experten sind skeptisch, wie lange die positive Entwicklung noch anhält. Die meisten Analysten, wie Tavis McCourt von Morgan Keegan, halten Palms Aktie daher auf dem momentanen Niveau bei rund 21 Dollar für fair bewertet. Nur fünf von 13 Experten raten noch zum Kauf der Palm-Aktie, zeigt die Statistik von First Call. Sechs Analysten empfehlen zu „halten“, zwei den Verkauf.

„Palm ist eine Aktie mit hohem Risiko“, sagt Daryl Armstrong von der Citigroup. Die Experten kritisieren vor allem, dass das Unternehmen nicht genug tue, um seine Marktposition zu festigen. Dem Vorzeigeprodukt Smartphone Treo macht bisher nur der so genannte Blackberry ernst zu nehmende Konkurrenz, sagen viele Analysten. Dessen Herstellerfirma Research in Motion war in langwierige Patentstreitigkeiten verwickelt, weshalb die Verkaufszahlen zwischenzeitlich einzubrechen drohten. Palm habe es jedoch nicht geschafft, von den Problemen der Konkurrenz zu profitieren, kritisiert Mike Abramsky von RBC Capital Markets.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×