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11.02.2004

07:16 Uhr

Tec-Dax-Unternehmen legt am Freitag Jahresergebnis vor – Prognose für das Kerngeschäft soll angehoben werden

Software AG steht vor dem Turnaround

VonMarcus Pfeil (Handelsblatt)

Wenn die Software AG am kommenden Freitag ihr Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegt, dann interessiert die Analysten vor allem eine Zahl: die Restrukturierungsaufwendungen. Fast 39 Millionen Euro habe das Unternehmen im vergangenen Jahr verdauen müssen, sagt Knut Woller, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank. Die Software AG werde deshalb einen operativen Verlust von 5,8 Mill. Euro bekannt geben und erneut keine Dividende zahlen.

DÜSSELDORF. Deutschlands zweitgrößtes Software-Unternehmen hat eine lange Durststrecke hinter sich – wie die gesamte Branche litt die Software AG unter den gesunkenen IT-Budgets der früher so spendablen Kundschaft. Insgesamt musste das Unternehmen fast 70 Mill. Euro an Restrukturierungsaufwendungen verbuchen, in erster Linie für die Freisetzung von Mitarbeitern. Der Aktienkurs schmolz in der gleichen Zeit von 150 Euro auf zwischenzeitlich 8 Euro zusammen.

CEO Karl-Heiz Streibich änderte die Strategie, fokussierte die Softwareschmiede erfolgreich auf ihre Kernkompetenzen: das Großrechnergeschäft und den Verkauf von XML-basierten Datenaustauschlösungen. Und er senkte die Kosten – 10 Mill. Euro in 2004 und 20 Mill. Euro in 2005 will das Unternehmen einsparen. Ob damit jedoch die Wende geschafft ist, „wird entscheidend von Ausblick abhängen, den Vorstand Karl-Heinz Streibich für das laufende Jahr und für 2005 bekannt geben wird, sagt Woller.

Auch Thomas Becker, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, beurteilt das Geschäft und damit auch die Aktie eher skeptisch: „Wo soll das Wachstum herkommen“, fragt Thomas Becker, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dem Großrechnergeschäft, mit dem das Unternehmen 80 % seiner Umsätze generiert, fehle die Dynamik. „Und der Wachstumsmotor XML hat auch noch nicht gezündet.“ Zudem dürfte der schwache Dollar das Ergebnis belasten, schließlich erziele die Software AG über die Hälfte ihrer Einnahmen in Amerika.

Einzig Michael Bahlmann, Analyst aus dem Hause M.M.Warburg, empfiehlt die Aktie zum Kauf. Bahlmann begründet sein positives Votum vor allem mit der Bewertung der Darmstädter Softwareschmiede. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11 für das Jahr 2004 sei das Unternehmen günstig bewertet. Für das Geschäftsjahr 2005 rechnet der Analyst mit einem Gewinn von 2 Euro je Aktie. Damit würde das KGV auf einen einstelligen Wert sinken. Sein Kursziel liegt bei 25 Euro, ein Aufschlag gegenüber dem aktuellen Kurs von fast 40 %. Marktgerüchten zufolge, könnte Bahlmann mit seiner Einschätzung richtig liegen: Aus Unternehmenskreisen sickerte die Nachricht durch, dass Vorstand Streibich die Prognose für das Kerngeschäft am Freitag anheben wird.

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