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13.01.2015

15:16 Uhr

Tele Columbus

Kabelnetzbetreiber eilt an die Börse

Tele Columbus dürfte die erste Firma in Deutschland und Europa sein, die sich 2015 an die Börse wagt. Schon in einer Woche soll die Aktie in Frankfurt gehandelt werden.

Tele Columbus will in der kommenden Woche in Frankfurt an die Börse gehen. AFP

Tele Columbus will in der kommenden Woche in Frankfurt an die Börse gehen.

FrankfurtDeutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber Tele Columbus eilt an die Börse. Bei Investoren will Firmen-Chef Ronny Verhelst etwa eine halbe Milliarde Euro einsammeln. Bereits in einer Woche - am 23. Januar - solle Tele Columbus erstmals auf dem Kurszettel der Frankfurter Börse erscheinen. Es wäre der erste Börsengang in Deutschland und Europa in diesem Jahr.

Locken will Verhelst die Investoren mit den Wachstumsaussichten der Berliner Firma: An seinen vor allem in Ostdeutschland sitzenden Kunden verdient Tele Columbus nämlich noch nicht so viel wie die großen Konkurrenten Kabel Deutschland und Unitymedia, und von den 1,7 Millionen Kabel-TV-Anschlüssen der Gesellschaft ist erst jeder zweite zum Internet-Surfen aufgerüstet.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Damit eröffne sich Potenzial für Investoren, betonte Verhelst am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Neben dem Netzausbau sollen die Erlöse auch in den Abbau des Schuldenbergs von 550 Millionen Euro fließen.

Die Aktien bietet der Börsenkandidat zu einem Preis von acht bis zwölf Euro an. Verkauft werden sollen bis zu 52 Millionen Titel, davon maximal 37,5 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung und gut 15 Millionen aus dem indirekten Besitz der Alteigentümer. Bei einem Ausgabepreis von zehn Euro würde das Angebotsvolumen bei 480 Millionen Euro liegen - die Mehrzuteilungsoption von 3,75 Millionen Titeln ist hier eingerechnet.

Kommentare (1)

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13.01.2015, 17:06 Uhr

Nur schnell den Exit machen, bevor der Zusammenbruch der aufgeblasenen Märkte auch in Deutschland Tatsachen schafft, mit denen er ausgeschlossen bliebe.

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