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27.01.2015

15:26 Uhr

Telekom-Konzern Sunrise

Größter Schweizer Börsengang seit acht Jahren geplant

Der erste Börsengang des Jahres 2015 soll in der Schweiz am 6. Februar stattfinden. Der Gang aufs Parkett durch den Telekom-Konzern Sunrise soll dann gleichzeitig der Größte seit acht Jahren werden.

Der Telekom-Konzern Sunrise plant in der Schweiz den größten Börsengang seit Acht Jahren. Reuters

Der Telekom-Konzern Sunrise plant in der Schweiz den größten Börsengang seit Acht Jahren.

ZürichIn der Schweiz läuft der größte Börsengang (IPO) seit über acht Jahren an. Aktionäre können in den kommenden Wochen Aktien des Telekom-Konzerns Sunrise für bis zu 1,94 Milliarden Franken kaufen, wie der zweitgrößte Schweizer Anbieter am Dienstag mitteilte. Anlocken will der Konzern die Anleger vor allem mit dem Versprechen einer hohen und stabilen Dividende. Als ersten Handelstag peilt Sunrise den 6. Februar an.

Das Umfeld für Börsengänge der Branche hat sich zuletzt aufgehellt. So feierte Deutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber Tele Columbus in der vergangenen Woche einen erfolgreichen Einstand an der Börse. Die früher strikt getrennte Telekom- und Kabelnetzbranche überschneidet sich dank des technologischen Fortschritts immer stärker. Während immer mehr Kabelfernsehgesellschaften ins Telefon- und Internet-Geschäft drängen, bieten Telekom-Konzerne wie Sunrise inzwischen auch Fernsehen an.

Bei den Titeln der Kabel- und Telekomgesellschaften greifen die Anleger vor allem zu, weil das Geschäft nur geringen Schwankungen unterworfen ist. Der Finanzinvestor CVC, der derzeit über 90 Prozent der Sunrise-Anteile hält, wagt mit Sunrise daher trotz des durchwachsenen Umfelds den ersten Börsengang in der Schweiz im laufenden Jahr.

Der Finanzinvestor stellt nur einen Teil der Aktien zum Verkauf, der überwiegende Teil der angebotenen Papiere stammt aus einer Kapitalerhöhung. Sunrise will rund 1,35 Milliarden Franken einsammeln und damit vor allem Schulden abbauen.

Schon für das laufende Jahr sollen die Aktionäre Dividenden von mindestens 135 Millionen Franken einstreichen können. Ein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum verspricht das Unternehmen dagegen nicht.

Sunrise bietet die Aktien in einer Preisspanne von 58 bis 78 Franken pro Titel an. Werden die Aktien zum Maximalpreis platziert, kommt das Unternehmen auf einen Börsenwert von bis zu 3,3 Milliarden Franken.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Swisscom ist fast zehn Mal mehr wert, denn der Marktführer ist deutlich profitabler. Sunrise erzielte im Geschäftsjahr 2013/14 bei einem Umsatz von zwei Milliarden Franken einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 621 Millionen Franken. Bei den Marktanteilen liegen die beiden deutlich näher zusammen als bei der Bewertung. Der frühere Monopolist kontrolliert 54 Prozent des Mobilfunkmarktes und 80 Prozent des Breitbandmarktes. Für Sunrise nennt die Aufsichtsbehörde ComCom Marktanteile von 27 beziehungsweise 14 Prozent.

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