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11.01.2010

08:23 Uhr

Texas Instruments

Elektronische Bücher sorgen für Auftrieb

VonAnette Kiefer

Texas Instruments liefert Software und Prozessoren für elektronische Bücher und verdient gut mit den sogenannten E-Books. Analysten erwarten eine weitere positive Entwicklung. Die steigende Nachfrage könnte allerdings auch zur Achillesferse des Unternehmens werden - schon jetzt sind die Lager fast leer.

Zentrale von Texas Instruments in Dallas. Das Unternehmen steigt ins Geschäft mit elektronischen Büchern ein. Quelle: ap

Zentrale von Texas Instruments in Dallas. Das Unternehmen steigt ins Geschäft mit elektronischen Büchern ein.

STUTTGART. Texas Instruments (TI) steigt ins Büchergeschäft ein - und zwar bei den elektronischen Büchern, den sogenannten E-Books. Wie der Chiphersteller jetzt bekanntgab, sind bereits bei zehn E-Books-Anbietern neue Versionen in Arbeit, die mit TIs Software und Prozessoren betrieben werden. Ein großer Pluspunkt: Die neuen TI-betriebenen Modelle sollen so energieschonend arbeiten, dass die Akkus 50 Prozent länger laufen als bisher.

Der Einstieg kommt zu einem guten Zeitpunkt. Im gerade abgelaufenen Weihnachtsgeschäft zählten E-Books zu den großen Rennern; der Onlinebuchhändler Amazon verkaufte am ersten Weihnachtstag zum ersten Mal in seiner Geschichte mehr E-Books als herkömmliche Bücher.

Guter Lauf in vergangenen Quartalen als Vorgeschmack auf ertragreiches 2010

Analysten erwarten daher, dass Texas Instruments bei der nächsten Quartalsbilanz am 25. Januar mit positiven neuen Prognosen aufwartet. Im laufenden Quartal will TI etwa 47 bis 51 US-Cent pro Aktie verdienen, bei einem Umsatz von rund drei Milliarden Dollar. Die durchschnittliche Analystenprognose liegt bei 47 Cent pro Aktie.

Im Dezember hatte die Aktie ein neues Jahreshoch von 27 Dollar erreicht und damit in neun Monaten ihren Wert verdoppelt. "In den vergangenen Quartalen hatte TI bereits einen guten Lauf, aber 2010 könnte erneut ein gutes Jahr werden", sagt Finanzanalyst Glenn Curtis vom Internetdienst Investopedia. "Wir erwarten glänzende Zukunftsaussichten bei der Nachfrage nach ihren Chips."

Suji De Silva von Kaufman Brothers bestätigt, dass die angehobene Prognose "sich mit unseren eigenen Stichproben deckt, wonach sich die Bestellungen wieder zugunsten von TI entwickeln". Vor allem bei den wichtigen Endabnehmern für analoge Computerchips sehe es wieder besser aus.

Auf diesen Bereich hatte sich das Unternehmen aus Dallas in den vergangenen Quartalen konzentriert. Analoge Chips setzen beispielsweise Geräusche oder Temperaturmessungen in digitale Signale um, die dann von Computern verstanden und verarbeitet werden können. TI-Analogchips stecken unter anderem in Alarmanlagen, Airbags und industriellen Messgeräten.

Lieferengpässe könnten in den nächsten Monaten für Ärger sorgen

Die steigende Nachfrage allerdings könnte in den kommenden Monaten zur Achillesferse für TI werden. Denn die Lagerhallen der Hauptabnehmer, wie etwa beim finnischen Handyhersteller Nokia, sind weitgehend leergeräumt. Und TI kommt mit den neuen Bestellungen kaum noch nach, wie Vizepräsident Ron Slaymaker auf der Pressekonferenz zugab: "Die Nachfrage übersteigt weiterhin unsere Vorräte."

So sind die Lieferfristen für einige Produkte auf bis zu 20 Wochen gestiegen, was für Unmut bei den Kunden sorgen könnte. Bislang habe es allerdings noch keine vermehrten Stornierungen von Aufträgen gegeben, hieß es bei TI.

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