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23.06.2017

12:01 Uhr

Toshiba

Krisenkonzern fliegt aus Japans Leitindex

Der angeschlagene Elektronikkonzern Toshiba ist aus dem japanischen Leitindex geflogen. Die Papiere wandern damit in das darunterliegende Börsensegment. Der Konzern rechnet mit einem Milliardenverlust.

Der Elektronikkonzern hat die Vorlegung der Geschäftszahlen für das abgelaufene Bilanzjahr schon mehrfach verschoben. AFP; Files; Francois Guillot

Toshiba

Der Elektronikkonzern hat die Vorlegung der Geschäftszahlen für das abgelaufene Bilanzjahr schon mehrfach verschoben.

TokioDer krisengebeutelte Elektronikkonzern Toshiba muss die erste japanische Börsenliga verlassen. Ab dem 1. August werde Toshiba nicht mehr im Leitindex Nikkei 225 vertreten sein, teilte die japanische Börse am Freitag in Tokio mit. Toshiba-Aktien wandern dann in das darunterliegende Börsensegment. Ein Bilanzskandal und die Insolvenz der US-Atomtochter Westinghouse hatten Toshiba in eine schwere Krise gestürzt. Das einstige japanische Vorzeigeunternehmen schreibt hohe Verluste. In der Folge ist der Kurs in den vergangenen Monaten abgesackt.

Angesichts der vielen Baustellen hat Toshiba Probleme, seine Geschäftszahlen für das zurückliegende Jahr vorzulegen. Der Konzern hat bei der zuständigen Behörde deshalb um eine Fristverlängerung bis zum 10. August gebeten, wie er am Freitag mitteilte. Eigentlich wären die Daten zum 30. Juni fällig.

Toshiba hat bereits mehrfach die Bekanntgabe von Geschäftszahlen verschoben. Für das abgelaufene Geschäftsjahr, das bis Ende März lief, geht der Konzern nun von einem Verlust von umgerechnet 8 Milliarden Euro aus. Toshiba-Aktien fielen am Freitag um viereinhalb Prozent.

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Die einstige Ikone der Japan AG will seine Chipsparte verkaufen, um ein Rumpf-Toshiba zu retten. Doch ein US-Konkurrent will den Verkauf an andere Firmen juristisch verhindern. Toshiba drohen nun schicksalhafte Wochen.

Um finanziell Luft zu bekommen, will Toshiba seine gut laufende Speicherchipsparte verkaufen. Hier könnte bis zum 28. Juni ein Deal stehen, erklärte Konzernchef Satoshi Tsunakawa am Freitag. Noch müssen sich die Japaner aber mit ihrem US-Partner Western Digital einigen, mit dem sie gemeinsam ein Werk betreiben und der für sich ein Vorkaufsrecht beansprucht. Toshiba favorisiert dagegen ein Konsortium rund um den Finanzinvestor Bain, das mit umgerechnet 17 Milliarden Euro ein höheres Angebot vorgelegt hat.

Von

dpa

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