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14.06.2016

15:53 Uhr

Trotz Ausverkauf

Aktien aus China noch immer zu teuer

Nach dem Höhepunkt der chinesischen Aktienblase begann der weltweit stärkste Ausverkauf. Seitdem hat der Shanghai Composite satte 40 Prozent verloren. Günstig sind Aktien aus China deswegen aber noch lange nicht.

Noch immer sind chinesische Aktien zu teuer – und das obwohl der Shanghai Composite über 40 Prozent verloren hat. Reuters

Das tut weh

Noch immer sind chinesische Aktien zu teuer – und das obwohl der Shanghai Composite über 40 Prozent verloren hat.

Zwar ist der Shanghai Composite Index in den letzten zwölf Monaten um 40 Prozent abgesackt, aber die Bewertungen chinesischer A-Aktien sind immer noch drei Mal so hoch wie auf irgendeinem anderen größeren Markt weltweit. Das Median-Kurs-Gewinn-Verhältnis an den Börsen des Landes liegt mit 59 höher als bei amerikanischen Technologieaktien auf dem Höhepunkt des Dot-Com-Booms im Jahr 2000. 

Ein Jahr nach dem Höhepunkt der chinesischen Aktienblase sind die Bewertungen noch nicht auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Zu Zeiten sinkender Unternehmensgewinne hält die Regierung mit Interventionen die Kurse hoch. Für die Vermögensverwalter von Silvercrest Asset Management und Blackfriars Asset Management, die den Ausverkauf des vergangenen Jahres vorhergesagt hatten, ist es noch zu früh, um in den sechs Billionen Dollar schweren Markt wieder einzusteigen. Das Wirtschaftswachstum sei zu schwach und die Investorenstimmung fragil. 

„Wir halten keine A-Aktien“, sagt Tony Hann, Leiter Aktien bei Blackfriars in London. Der Oriental Focus Fund der Firma hat sich seit Jahresbeginn 83 Prozent besser entwickelt als der Wettbewerb. „Das Bullenszenario ist, dass ich bei diesem KGV kaufen kann, weil es mir jemand zu einem höheren KGV abkauft. Das größte Risiko ist aber, dass sich die Investorenpsychologie auf dem Festland ändert.“

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Und es gibt vieles, worüber sich die Investoren sorgen könnten. Nachdem sie letztes Jahr so schwach wie seit 1990 nicht mehr gewachsen war, zeigt die chinesische Wirtschaft auch jetzt kaum Erholungsanzeichen. Die Gewinne bei den Unternehmen im Shanghai Composite Index sind seit vorigem Juni im 13 Prozent zurückgegangen. Zugleich nehmen Zahlungsausfälle bei Firmen zu, und der Yuan liegt nahe seinem Fünfjahrestief. 

Der trübe Ausblick stehe in scharfem Kontrast zur Stimmung vor einem Jahr, sagt Pan Lizhi, eine 54-jährige Rentnerin in der chinesischen Provinz Hunan. Wie viele der 106 Millionen Privatanleger in China hatte sie während der Blase fast jeden Tag Aktien gehandelt und gehofft, von einem Boom zu profitieren, der von der explosiven Zunahme kreditfinanzierter Spekulation und der offiziellen Fürsprache in den staatlichen Medien genährt wurde. Nun verbringt Pan ihre Zeit hauptsächlich mit Fernsehen. Die 320.000 Yuan (42.919 Euro) auf ihrem Brokerkonto sind zu 94 Prozent in Bargeld geparkt. „Ich erwarte für das nächste Jahr keinen Bullenmarkt“, erklärt die Rentnerin. 

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