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25.02.2004

07:10 Uhr

Trotz guter Geschäftszahlen bewerten viele Analysten die Kursaussichten mit Skepsis

Neue Modediät in den USA setzt Bierbrauer Anheuser-Busch zu

VonAnettte Kiefer (Handelsblatt)

Anheuser-Busch hatte im letzten Jahr mit einigen Problemen zu kämpfen und die Analysten sind längst nicht davon überzeugt, dass diese inzwischen überwunden sind.

HOUSTON. Der Bierbrauer Anheuser-Busch bleibt seiner Linie treu: Im vierten Quartal steigerte das US-Unternehmen seinen Gewinn pro Aktie im zweistelligen Bereich – und das zum einundzwanzigsten Mal in Folge. Der weltgrößte Brauereikonzern erzielte in den letzten drei Monaten 2003 mit fast 300 Mill. US-Dollar oder 36 Cent je Aktie 12,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und traf damit die Erwartungen der Analysten. Auch im Gesamtjahr lag der Gewinn mit mehr als zwei Mrd. US-Dollar über dem Niveau der Vergleichsperiode. Von den Rekordergebnissen profitierten auch die Anleger. Seit Anfang Februar stieg der Aktienkurs kontinuierlich und liegt zurzeit mit rund 52 US-Dollar nur noch wenige Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.

Dennoch hatte Anheuser-Busch im letzten Jahr mit einigen Problemen zu kämpfen und die Analysten sind längst nicht davon überzeugt, dass diese inzwischen überwunden sind. Neben den allgemeinen Absatzproblemen in der Branche machte den Bierbrauern aus Missouri vor allem der neu aufgeflammte Diäteifer der Amerikaner zu schaffen. Denn eines der beliebtesten Abspeck-Programmen, die so genannte Atkins-Diät, predigt den Verzehr von fett- und eiweißreichen Lebensmitteln. Lediglich Kohlenhydrate – und diese sind reichlich im Gerstensaft vorhanden – werden vom Speisezettel verbannt.

Anheusers Vorzeigemarke Bud Light – eines der bestverkauften Biere in den USA – geriet auf diesem Gebiet ins Hintertreffen gegenüber dem Konkurrenzbier Miller Lite, das nur halb so viele Kohlehydrate enthält. „Anheuser zögert noch, wie man darauf reagieren soll, und das ist gut verständlich“, sagt Analyst Marc Cohen von Goldman Sachs, der der Aktie zurzeit nur eine durchschnittliche Marktentwicklung zutraut.

„Es gibt zwei Möglichkeiten, die beide große Risiken bergen: Entweder müssen sie ihre Brauformel ändern, was zu einem anderen Geschmack des Biers führen könnte und bereits für andere Brauereien zur Katastrophe geworden ist. Oder sie erweitern die Marke und schaffen ein neues kohlenhydratarmes Bier unter der Bud-Linie, das dann allerdings Bud Light Marktanteile wegnehmen könnte“, meint der Anlageexperte.

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