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15.03.2011

09:04 Uhr

Trotz Marktturbulenzen

Deutsche Firmen halten an Börsengängen fest

VonRobert Landgraf, Christian Schnell

Japans Lage schreckt nicht ab: Trotz der Katastrophe in dem Land wollen deutsche Unternehmen an ihren geplanten Börsengängen festhalten - bis jetzt überwiegt der Optimismus.

Das Containermotorschiff "Colombo Express" der deutschen Reederei Hapag-Lloyd AG fährt über die Elbe bei Hamburg. Quelle: dapd

Das Containermotorschiff "Colombo Express" der deutschen Reederei Hapag-Lloyd AG fährt über die Elbe bei Hamburg.

FrankfurtBis vergangenen Freitag war die Welt bei Aktienemissionen noch in Ordnung. Es sollte der stärkste Jahresbeginn seit dem Spitzenjahr 2007 werden: Bis Ostern wollten fünf Unternehmen den Gang an die Börse wagen. Gesamtvolumen: über drei Milliarden Euro. Dann kam das Erdbeben in Japan. Die Katastrophe folgte. Über das Wochenende glühten die Telefondrähte zwischen den Börsenkandidaten und den Beraterbanken. Verunsicherung machte sich breit, ob die Pläne zu halten seien. Da es am Montag aber keinen gewaltigen Einbruch an den Börsen außerhalb Japans gab, kehrte wieder Zuversicht ein.

Allerdings sind die Vorgespräche der Kandidaten mit potenziellen Investoren noch wichtiger geworden, um das Interesse möglicher künftiger Aktionäre auszuloten. Das Profil der Firmen geht vom Kabelnetzbetreiber über die Immobiliengesellschaft bis hin zum Handtaschenproduzenten.

Aktienemissionen in Milliardenhöhe

Teilweise geht es um Milliardenemissionen. Selbst die Marke von 1,5 Milliarden Euro steht seit dem Wochenende im Raum, seitdem die Emission des drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers Kabel Baden-Württemberg vorangetrieben wird. Außerdem will der Verbindungstechnikspezialist Norma Group mit dem Schritt auf das Parkett 500 bis 600 Millionen Euro einnehmen, beim Transportkonzern Hapag Lloyd ist von 800 bis 1000 Millionen Euro die Rede und die Berliner Wohnimmobilienfirma GSW dürfte etwa 500 Millionen Euro schwer sein. Daneben sieht der Luxushandtaschenhersteller Powerland aus China klein aus. Er will bis zu 90 Millionen Euro erlösen.

„Deutschland und seine Unternehmen stehen hoch in der Gunst der Investoren. Die Wirtschaft läuft rund, die Exportstärke überzeugt und in der Boomregion Asien sind ebenfalls viele Firmen unterwegs“, sagt Andreas Bernstorff. Als Leiter des Geschäfts mit Emissionen im deutschsprachigen Raum bei der Citigroup hat er die heimischen Firmen im Blick. Im Moment spiele Japan bei den Vorbereitungen noch keine entscheidende Rolle, auch wenn der Emissionspreis wichtiger würde.

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