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13.01.2005

12:26 Uhr

Trotz optimistischer Prognosen trauen Beobachter der Aktie kaum noch Kurspotenzial zu

Analysten misstrauen Beiersdorfs Ehrgeiz

VonKathrin Meyer

Nivea und Labello, Tesa und Hansaplast – die klangvollen Markennamen ließen die Aktionäre von Beiersdorf 2004 lange Zeit kalt. Erst im dritten Quartal beim Jahrestiefstkurs von 70 Euro erwachte das Interesse.

DÜSSELDORF. Inzwischen sind Beiersdorf-Aktien wieder 87 Euro wert, auch weil die Aussichten des Konsumgüterherstellers positiv stimmen. Am Dienstag bestätigte das Unternehmen die Gewinnprognosen, die es schon im Oktober 2004 ausgegeben hatte. Das vorläufige Ergebnis für das Vorjahr von 480 Mill. Euro vor Zinsen und Steuern liegt sogar über den Erwartungen der Analysten. Dennoch zeigen sich viele Beobachter skeptisch für die Aktie.

Zu den wenigen Optimisten gehört Sven Dopke, Analyst des Bankhauses M. M. Warburg. Er hält die im MDax gelistete Aktie für fundamental unterbewertet. „Bis zum dritten Quartal 2004 stimmte vor allem das Wettbewerbsumfeld für Markenartikler die Börsenexperten pessimistisch“, sagt er. So gaben Konkurrenten wie Henkel oder L’Oréal Mitte des vergangenen Jahres trübe Prognosen zum Europageschäft ab.

Doch das Unternehmen habe die Konsumflaute besser überstanden als die Wettbewerber, sagt Dopke. „Während 2004 der relevante Markt in Deutschland um rund zwei Prozent schrumpfte, konnte Beiersdorf den Umsatz steigern.“ Starke Markenprodukte würden hierzulande wieder mehr nachgefragt. „Der Trend bewegt sich von Billigprodukten hin zu mehr Qualität und Markenbewusstsein.“

Auch in anderen Märkten innerhalb und außerhalb Europas sei das Umfeld für Konsumgüter wieder günstig. Das Kursziel für die BeiersAktie sieht Dopke bei 108 Euro. Aussagen des Beiersdorf-Managements stützen den Optimismus. Langfristig, so verkündete der Konzernchef Ende 2004, werde eine Verdoppelung der Umsätze alle zehn Jahre angepeilt.

Die Analysten von Kepler Equities bewerten diese ehrgeizigen Wachstumspläne kritisch. „In dem nach wie vor schwierigen Wettbewerbsumfeld sind die angekündigten Zuwachsraten nicht haltbar,“ sagt Analyst Lutz Grüten. Aus fundamentaler Sicht ergebe sich kein Impuls für eine Kurserholung.

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