Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.05.2015

15:44 Uhr

Twitter-Aktie im Fokus

Twitter kommt nicht auf die Beine

Quelle:Börse am Sonntag

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat mit seiner Bilanz die Aktionäre aufgeschreckt. Satte 22 Prozent rutschten die Aktien zeitweise ab. Acht Jahre nach der Gründung hat das Unternehmen noch immer ein großes Problem.

Der Kurznachrichtendienst verdient auch nach acht Jahren kaum Geld. Reuters

Twitter

Der Kurznachrichtendienst verdient auch nach acht Jahren kaum Geld.

DüsseldorfIn der vergangenen Woche hat sich für Twitter ein börsentechnischer Super-Gau ereignet. Die schlechten Quartalszahlen des Unternehmens waren schon frühzeitig durchgesickert. Und zwar während des Handelstages. Die Firma Selerity ist auf das Aufspüren von Informationen im Netz spezialisiert. Sie hatte die Zahlen Anfang der Woche etwa 45 Minuten vor Börsenschluss veröffentlicht – über Twitter. Angeblich sollen die Zahlen von der Investor-Relations Website stammen.

Somit musste Twitter schon früher als geplant mit den offiziellen Zahlen aufwarten. Und diese enttäuschten deutlich. Der Kurznachrichtendienst steckt weiterhin in tiefroten Zahlen. Im ersten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust von 162,4 Millionen Dollar. Dafür konnte es den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 74 Prozent auf 436 Millionen Dollar steigern. Doch damit blieb Twitter sowohl hinter den eigenen als auch hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

Die Reaktion der Anleger folgte postwendend. Zum großen Nachteil des Unternehmens. Normalerweise veröffentlichen Konzerne ihre Zahlen erst nach Handelsschluss um den Investoren die Möglichkeit einer kurzfristigen Reaktion zu nehmen. So jedoch stürzte die Aktie Minuten nach Bekanntwerden der schlechten Nachrichten um sechs Prozent ab. Dann wurde die Aktie auf Wunsch von Twitter aus dem Handel an der New York Stock Exchange genommen. Doch auch das brachten dem Unternehmen nur eine kurze Verschnaufpause ein.

Nach der Freigabe schloss die Aktie am nächsten Handelstag mit einem Minus von 18,18 Prozent bei 42,27 Dollar, was einem Verlust von 9,39 Dollar entspricht. Zeitweise war das Papier um ganze 22 Prozent abgefallen. Aktuell steht die Aktie bei 37,84 Dollar.

Windeln.de, Zalando, Amazon: Die heißesten E-Commerce-Aktien für Anleger

Windeln.de, Zalando, Amazon

Die heißesten E-Commerce-Aktien für Anleger

Windeln.de zieht den Börsengang vor. Der Baby-Onlineshop konkurriert mit ganz großen Namen.

Die Probleme von Twitter sind vielfältig. Schon im Vorjahresquartal hatte das Unternehmern rund 130 Millionen Euro Verlust gehabt. Das Unternehmen selbst erklärt die derzeitigen Verluste mit dem starken Dollar. Das ließe die Auslandseinnahmen niedriger in der Bilanz erscheinen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×