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07.11.2013

22:31 Uhr

Twitter-Börsengang

Die neue Aktie startet furios

VonNils Rüdel

Was für ein Start. Anleger reißen sich zum Börsengang des Kurznachrichtendienstes Twitter um die Aktie. Doch der Hype verpflichtet: Bald muss die junge Firma, die noch immer Verluste schreibt, gute Zahlen nachlegen.

Börsengang

Twitter startet glücklich - und nun?

Börsengang: Twitter startet glücklich - und nun?

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New YorkViel hatten die Macher von Twitter über sich selbst nicht gerade zu sagen, als das lang erwartete Großereignis endlich da war. „#Ring!“, das Motto-Schlagwort zum Börsengang, twitterte der Kurznachrichtendienst am Donnerstagmorgen New Yorker Zeit auf seiner Twitter-Seite, und beließ erst einmal dabei. Mehr muss die Firma auch nicht sagen: Die Finanzwelt kennt an diesem Tag ohnehin kein anderes Thema als den Börsengang des jungen Unternehmens aus San Francisco.

Was für ein Start: Anleger rissen sich um die Aktien, bereits in den ersten Handelsminuten schoss das Papier durch die Decke. Lag der Ausgabepreis noch bei 26 Dollar, kletterte der Kurs am Morgen an der New York Stock Exchange (NYSE) zunächst um 80 Prozent, dann sogar um 93 Prozent auf rund 50 Dollar nach oben. Erst am Nachmittag fiel er dann wieder leicht auf zwischenzeitlich 46 Dollar zurück und ging schlussendlich mit 44,90 Dollar aus dem Handel. Damit ist die erst vor sieben Jahren gegründete Firma rund 25 Milliarden Dollar wert. Anders als im Mai vergangenen Jahres beim sozialen Netzwerk Facebook ist Twitters Start ins Leben als Aktiengesellschaft damit mehr als geglückt.

Was anfangs als Hort für den Austausch von Belanglosigkeiten belächelt wurde, ist längst ein etabliertes soziales Netzwerk geworden. Politiker, Schauspieler oder Musiker wenden sich über die Tweets mit den maximal 140 Zeichen an ihre Fans, Medien verbreiten Nachrichten, Nutzer tauschen Fotos und Links aus. Eine wichtige Rolle wurde Twitter, ebenso wie Facebook, auch bei der Arabischen Revolution zugesprochen. Demonstranten konnten sich über den Dienst organisieren, Aufrufe verbreiten und Verbrechen dokumentieren.

So wichtig ist der Börsengang von Twitter

Erstnotiz

Am 7. November 2013 wurde die Aktie von Twitter an der New Yorker Börse erstmals gehandelt. Einige Daten rund um den Börsengang hat Thomson Reuters zusammengestellt.

Bedeutung

Der voraussichtlich 1,8 Milliarden Dollar schwere Börsengang von Twitter könnte der zweitgrößte Börsengang in den Vereinigten Staaten seit Beginn der Aufzeichnungen in 1980 sein.

Zusätzliche Aktien

Bei vollständiger Ausübung des Greenshoe, also der Mehrzuteilungsoption, könnte Twitter 2,1 Milliarden Dollar erlösen und damit an Google vorbeiziehen.

Technologiesektor

Das Volumen von Börsengängen im Technologiesektor in den USA beläuft sich 2013 auf 6,6 Milliarden Dollar. Ohne Berücksichtigung des Rekord-Börsengangs von Facebook im Mai 2012 über 16 Milliarden Dollar entspricht dies einem Anstieg von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Banken

Goldman Sachs führt das Ranking der Bookrunner bei US-Börsengängen im Technologiesektor mit einem Marktanteil von 18,3 Prozent an. Im letzten Jahr lag Goldman Sachs zu diesem Zeitpunkt mit elf Prozent auf Rang fünf.

Börsengänge weltweit

Das weltweite Volumen von Börsengängen (IPO) beläuft sich 2013 bisher auf 123,1 Milliarden Dollar. Gezählt wurden 613 Börsengänge. Das weltweite IPO-Volumen im Technologiesektor beläuft sich in diesem Jahr bisher auf 6,643 Milliarden Dollar. Diese Mittel kamen bei 60 Börsengängen zustande.

 

Der Hype um den Kurznachrichtendienst hatte in den Tagen vor dem Börsengang immer mehr zugenommen. Wegen der großen Nachfrage hatte Twitter den Ausgabepreis von ursprünglich 17 Dollar auf 26 Dollar erhöht. Die Firma vermied dabei aber den Fehler, den Facebook und die begleitenden Banken im vergangenen Jahr machten: Sie hatten den Ausgabepreis auf 42 Dollar hochgeschraubt. Die Folge war, dass der Kurs gleich in den ersten Handelsminuten abstürzte und sich erst ein Jahr später wieder erholte. Zudem hatten technische Pannen an der Technologiebörse Nasdaq den Start des weltgrößten Online-Netzwerks vermiest. Twitter wählte lieber die Nyse.

Der Börsengang des Kurznachrichtendienstes ist nun der zweitgrößte IPO eines Technologieunternehmens aller Zeiten. Die Gier nach der Twitter-Aktie war so groß, dass die Nachfrage um das 30-fache über dem Angebot lag, meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Rund 70 Millionen Papiere gab Twitter aus, zudem können die beteiligten Banken - darunter Goldman Sachs und die Deutsche Bank - innerhalb von 30 Tagen noch 10,5 Millionen weitere erwerben. Insgesamt könnte Twitter damit gut 2,1 Milliarden Dollar einnehmen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

08.11.2013, 08:36 Uhr

Na also, da haben wir sie doch wieder:

Die Zeiten der Tulpenzwiebel-Spekulation und von John Law, dem noch größeren Betrüger als die Finanzgangster von Lehmann.

Man muß sich das einmal vorstellen, da macht so ein Quatschladen nur Verluste und die Bekloppten reißen sich, ähnlich wie bei dem komplett überflüssigen Facebook-Unfug, um die überteuerten Papiere.

Eines jedoch könnten die Netzwerke erledigen:

Ihren einfältigen Usern mitteilen, dass bald die größte Weltfinanzkrise aller Zeiten ins Haus steht.

Bei Twitter würde ja sogar eine SMS ausreichen.
Viel größer ist ja der Horizont der User nicht.

Account gelöscht!

08.11.2013, 09:04 Uhr

"Ihren einfältigen Usern mitteilen, dass bald die größte Weltfinanzkrise aller Zeiten ins Haus steht."

ach Gottchen, die gabs immer, wirds immer geben und das wird sich nicht ändern.
Macht es wie die Schweiz, ist doch vielen ein Vorbild hier, marode Bankenteile von den Notenbanken aufkaufen und dann wenn es Zeit ist, wieder zurück kaufen, und die Fledderer vor den Kadi.
Aber dann kreischen gleich wieder Wohlstandsbäuche, oh Staatsfinanzierung, verboten! Dabei haben Notenbanken im Grunde überhaupt keine andere Aufgabe.
Angeblichen Sozialismus anprangern, aber selbst grandios Finanz-Sozialismus leben, das Spiel muss man auch erstmal beherrschen :).
Und da ist nicht das "blöde" Volk an der Reihe, sondern diejenigen die es "regieren" und unter IT nur das Wort Neuland einfällt. Vielleicht sollte manche Regierung mal endlich erklären wo vorne ist, und nicht nur dem "dummen" Volk, und damit dokumentieren wer in Wahrheit wen regiert.

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