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14.07.2015

18:53 Uhr

Twitter

Falschmeldung sorgt für Wirbel am Parkett

So schnell kann's gehen: Nach einem gefälschten Medienbericht sprang die Aktie des US-Kurznachrichtendiensts Twitter rund acht Prozent in die Höhe. Der Konzern wies den Bericht zurück. Woher die Meldung kam, ist unklar.

Nach einem falschen Medienbericht über eine Übernahme sprang die Twitter-Aktie bis zu acht Prozent nach oben. ap

Gefälschter Bericht

Nach einem falschen Medienbericht über eine Übernahme sprang die Twitter-Aktie bis zu acht Prozent nach oben.

New YorkEin offenbar gefälschter Medienbericht über eine Übernahme des US-Kurznachrichtendiensts Twitter hat am Dienstag an den Märkten für Aufregung gesorgt. Die Twitter-Aktie sprang an der Wall Street bis zu acht Prozent in die Höhe. In dem Bericht auf einer Internetseite, die zunächst der Agentur Bloomberg zugeordnet wurde, hieß es, dass Twitter für 31 Milliarden Dollar übernommen werden solle. Das Unternehmen arbeite deshalb bereits mit Banken an einer Strategie.

Wenig später stellte ein Sprecher der US-Agentur jedoch klar, dass der Bericht eine Fälschung sei. Auch Twitter wies den Bericht über eine angebliche Offerte zurück. Die Web-Seite, auf der die Meldung veröffentlicht worden war, ähnelt dem Internetauftritt Bloombergs. Ihr Ursprung blieb zunächst unklar.

Im April hatte es Übernahmespekulationen gegeben, dass der Internetkonzern Google eine Übernahme von Twitter erwäge.

Zahlen und Fakten zu Twitter

Nebenprodukt mit Erfolg

Twitter war zunächst nicht mehr als ein Nebenprodukt der Firma Odeo, die eine (allerdings wenig erfolgreiche) Podcasting-Plattform entwickelte. Die Macher suchten 2006 nach Alternativen – und entwickelten den Dienst mit seinen 140 Zeichen kurzen Texthäppchen. In den ersten Monaten gewann er zwar kaum Nutzer, doch nach einem erfolgreichen Auftritt auf der Technologiekonferenz SXSW hob Twitter ab.

Idee von vier Freunden

Anfangs standen vier Freunde hinter Twitter: Evan Williams, der dank des Verkaufs seiner Plattform Blogger.com an Google auch Geldgeber war; außerdem Jack Dorsey, Biz Stone sowie Noah Glass. Letzterer wurde allerdings wegen seiner schwierigen Art schon bald aus der Firma gedrängt.

Intrigen und Machtkämpfe

Die kurze Geschichte der Firma ist geprägt von Machtkämpfen zwischen den einstigen Freunden. Der erste Chef Jack Dorsey musste auf Veranlassung des Mitgründers Evan Williams sowie des Verwaltungsrates seinen Posten verlassen. Williams selbst hielt sich auch nicht dauerhaft an der Spitze – bei seiner Entmachtung im Oktober 2010 hatte Dorsey seine Finger im Spiel. Auf ihn folgte Dick Costolo, zuvor bei Google tätig. Der wiederum verließ das Unternehmen im Juli 2015. Jack Dorsey kehrte als Interimschef zurück.

Durchweg in den Miesen

Bislang hat Twitter die Erwartungen der Börse noch nicht erfüllt. Das Unternehmen hat trotz steigender Umsätze noch nie Gewinn gemacht.

Zaghaft im Werbegeschäft

Die Gründer verzichteten in der Anfangszeit bewusst auf Werbung, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Im Frühjahr 2010 starteten erste Versuche mit bezahlten Tweets. Inzwischen ist das Geschäft beträchtlich angewachsen, im zweiten Quartal 2015 auf 452 Millionen Dollar .

304 Millionen Nutzer

Twitter ist für die mobile Ära gerüstet. Ein Großteil der Werbeerlöse wird auf Smartphones und Tablet-Computern erwirtschaftet. Insgesamt hat Twitter im zweiten Quartal 2015 rund 304 Millionen Nutzer pro Monat.

Twitter-Aktionäre sind gleichberechtigt

Twitter versucht nicht, den Einfluss der Gründer durch eine Aktienstruktur mit zwei Klassen zu sichern. Andere Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook haben bei ihren Börsengängen den Investoren Papiere angeboten, die weniger Stimmrechte haben als die Aktien von Gründern und Spitzen-Managern. Bei Twitter sind alle Anteilseigner gleich, die Ausgabe von Vorzugsaktien ist nur als Möglichkeit für die Zukunft vorgesehen.

Von

rtr

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