Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.09.2013

11:59 Uhr

Twitter

Wer wird Milliardär?

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat seine Aktien bereits breit gestreut. Vom Börsengang profitieren daher nicht nur die Gründer. Auch prominente Schauspieler, Unternehmer und Anleger können richtig reich werden.

Der britische Unternehmer Richard Branson ist immer gut für einen werbeträchtigen Auftritt. Er hat in Twitter investiert - obwohl er schon Milliardär ist. AFP

Der britische Unternehmer Richard Branson ist immer gut für einen werbeträchtigen Auftritt. Er hat in Twitter investiert - obwohl er schon Milliardär ist.

New YorkDer Börsengang von Twitter wird viele Gewinner haben. Nicht nur Gründer und erste Investoren werden prächtig verdienen. Auch Prominente wie der Unternehmer Richard Branson und der Schauspieler Ashton Kutcher sowie eine Reihe weniger bekannter Unterstützer haben schon früh auf den Kurznachrichtendienst gesetzt.

Das Online-Netzwerk könnte schon in zwei Monaten an die Börse gehen. Das „Wall Street Journal“ nannte den späten November als möglichen Termin. Neben Goldman Sachs seien auch noch JP Morgan Chase und Morgan Stanley als begleitende Banken verpflichtet worden, schrieb die Zeitung unter Berufung auf eingeweihte Personen. Twitter hatte Mitte September seinen Börsenplan enthüllt.

Zu den Profiteuren eines Börsengangs gehört zum Beispiel Jay Virdy, der 2007 AOL verlassen hatte, um den Echtzeit-Suchdienst Summize zu leiten. Als Twitter den Dienst im Juli 2008 übernahm, sollen Virdy sowie dessen Mitgründer und Investoren fast zehn Prozent der damaligen Twitter-Aktien erhalten haben, sagten seinerzeit drei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Twitter-Glossar

Was ist Twitter?

Twitter ist ein Online-Zwitter: Einerseits ist es ein Kurznachrichten-Dienst, andererseits ein soziales Online-Netzwerk wie Facebook. Die Benutzer können sich aussuchen, welche Nachrichten sie lesen wollen.

Dabei werden keine gegenseitigen „Freundschaften“ geschlossen. Stattdessen herrscht das Follower-Konzept. Nur weil man die Nachrichten eines anderen liest, muss dieser das noch längst nicht tun.

RT - Retweet

Ein Retweet (kurz RT) ist das Wiederholen einer Kurznachricht eines anderen Nutzers. Die Retweet-Funktion ist inzwischen in alle Twitter-Clients und im Webdienst von Twitter eingebaut.

URL-Shortener

Auf Twitter sind sogenannte URL-Shortener beliebt. Dabei wird eine Webadresse auf eine Umleitung gekürzt, um Platz zu Sparen – 140 Zeichen sind das Maximum bei Twitter. Eine Kurz-URL sieht dann beispielsweise so aus: http://bit.ly/xpXqOY. Bei Twitter müssen sie seit einiger Zeit die Adressen nicht mehr kürzen – das macht Twitter nach dem Abschicken der Nachricht automatisch.

Sie können den von Twitter verwendeten URL-Kürzer Bit.ly aber dennoch nutzen: Hängen Sie an die Bit.ly-Adresse einfach ein „+“ – und schon sehen Sie Statistiken zur Ihrem Link. Wie viele haben die Adresse aufgerufen, aus welchen Ländern kamen sie, wer hat den Link auf Twitter weiterverbreitet – all das verrät Ihnen Bit.ly durch das Plus-Zeichen am Ende der Adresse. Werden verschiedene Bit.ly-Links für denselben Inhalt aber verschiedene Kanäle generiert, lässt sich messen, welcher davon wie erfolgreich war.

Warum 140 Zeichen?

Bevor Smartphones zum Massenphänomen wurden, nutzen viele Twitter-User den Dienst auch per SMS. Eine SMS besteht aus maximal 160 Zeichen. Damit Platz für den maximal 20 Zeichen langen Nutzernamen bleibt, wurde der Microblogging-Dienst auf 140 Zeichen begrenzt.

MT

MT steht für „Modified Tweet“. Ein vorangestelltes MT zeigt, dass der Tweet eines anderen Nutzers verändert wurde. Das wird beispielsweise getan, um einen anderen Tweet kommentieren zu können, ohne die Grenze von 140 Zeichen zu überschreiten.

Twitter-Clients

Wer Twitter professionell einsetzen möchte, sollte statt des Website-Interfaces einen Twitter-Client wie Tweetdeck oder HootSuit einsetzen. Damit lassen sich unter anderem mehere Accounts gleichzeitig verwalten.

Twitter-Beziehungen unter der Lupe

Twiangulate ist ein mächtiges kostenloses Online-Tool für die Analyse von Twitter-Nutzern und ihre Beziehungen. Zwei mögliche Beispielanwendungen: Die Eingabe eines Twitter-Nutzernamens und dem Aufruf des Reiters „Inner circle“ enthüllt in vielen Fällen einige der engsten Vertrauten eines Twitter-Nutzers. Dabei zeigt das Tool diejenigen Twitter-Nutzer an, die selbst am wenigsten Abonnenten (Follower) haben. Der Twitter-Nutzer wird diesen Nutzern also aus gutem Grund folgen.

Eine andere mögliche Anwendung ist das Herausfinden von Schnittmengen. So lassen sich bis zu drei Twitter-Nutzer angeben, um deren Schnittmenge bei Followern und Freunden (gegenseitiges folgen) anzeigen zu lassen.

Twitter für Eilige

Schon die Adresse ist kurz t4bp.com steht für „Twitter for busy People“ – und bietet eine Verdichtung von Tweets an. Nach dem Login via Twitter-Account gibt die Website eine Übersicht über die Twitter-Aktivitäten der Freunde und Interaktionspartner „auf einen Blick“ und chronologisch sortiert. Nun lässt sich schnell mit dem Maus-Cursor über die Nutzer fahren – und so auf einen Blick erfahren, was ihn gerade bewegt. Ein Vorteil: Jeder Nutzer taucht nur ein Mal auf. So werden weniger aktive Nutzer nicht von den sehr aktiven Nutzern verdrängt. Erst ein Klick auf den Benutzernamen enthüllt Details.

Professionelle Twitter-Suche

Twitter kann ein gutes Recherchetool sein. Twitter selbst ermöglicht eine einfach Volltextsuche über die nach bestimmten Themen oder Hashtags gesucht werden kann. Deutlich mehr bietet das kostenlose Social-Media-Tools Twitterfall. Twitterfall sucht Tweets nach Twitter-Listen und Orten – außerdem lassen sich auch Suchworte ausschließen. Optisch werden die gefundenen Twitter-Nachrichten ansprechend dargestellt – sie fallen wie ein Wasserfall herunter.

„Als ich erzählte, dass ich das Unternehmen an Twitter verkaufen werde, sagten alle: 'Was zum Teufel ist Twitter?'”, erinnert sich der 49-jährige Virdy im Interview mit Bloomberg News. „Ich sagte dann: 'Macht Euch keine Sorgen, die werden groß rauskommen.'”

Die Summize-Anteile kamen damals auf einen Wert von etwa zehn Millionen Dollar. Sie könnten heute hunderte Millionen Dollar wert sein, wenn man Marktwerteinschätzungen nicht börsennotierter Unternehmen zugrunde legt. Das ist genau die Art von Vermögen, die das Silicon Valley berühmt gemacht hat.

Und Virdy ist beispielhaft dafür, wie der Twitter-Börsengang nicht nur die üblichen Verdächtigen reich machen wird, also Gründer, Beteiligungsgesellschaften und frühe Angestellte. In diesem Fall freuen sich auch hunderte privater Aktionäre, die Mittel und Möglichkeit hatten, bei dem Kurznachrichtdienst einzusteigen.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

TheoLingen

27.09.2013, 12:53 Uhr

Was für eine dämliche Überschrift!
Sind wir jetzt bei der BILDzeitung?

Millionär reicht mir!

Account gelöscht!

27.09.2013, 21:39 Uhr

Umso mehr ein Mensch an materiellen Dingen besitzt, umso gieriger und geiziger wird er!
Oder anders ausgedrückt "Geld verdirbt den Charakter"!

Solange die Menschheit diese Geldsystem gebraucht, solange ist die Menscheit dem Untergang geweiht!

Geld, Gold, Silber etc. kann man halt nicht essen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×