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26.04.2016

11:24 Uhr

U-Boot-Auftrag aus Australien

Thyssen-Krupp-Aktie taucht ab, Jubelstimmung in Paris

Lange Gesichter bei Thyssen-Krupp. Ein U-Boot-Großauftrag aus Australien geht an den französischen Rivalen DCNS. Die Aktie taucht ab. In Paris hingegen schießt das an DCNS beteiligte Thales auf ein neues Rekordhoch.

Die Grand Nation konnte einen Großauftrag aus Australien an Land ziehen. Thyssen-Krupp hingegen geht leer aus. dpa

Französische U-Boot-Bauer jubeln

Die Grand Nation konnte einen Großauftrag aus Australien an Land ziehen. Thyssen-Krupp hingegen geht leer aus.

DüsseldorfDie Niederlage im Rennen um einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag aus Australien macht Thyssen-Krupp an den Aktienmärkten zu schaffen. Die Papiere rutschten 2,3 Prozent ins Minus auf 20,35 Euro ab. Damit waren Thyssen-Krupp-Papiere mit Abstand die schwächsten Papiere im Dax.

Ein ganz anderes Bild bot sich in Paris. Dort stiegen die Aktien von Thales zwischenzeitlich um bis zu 3,9 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 79,23 Euro. Der französische Rüstungskonzern ist mit 35 Prozent an Thyssen-Krupps Rivalen DCNS beteiligt, der dem deutschen Traditionskonzern den Großauftrag aus Australien wegschnappen konnte.

Die australische Regierung zog den staatlichen französischen Schiffbaukonzern als Partner vor, wie Premierminister Malcolm Turnbull am Dienstag in Adelaide mitteilte. DCNS bekam den Zuschlag für den Bau von zwölf U-Booten. Das Auftragsvolumen soll sich inklusive des jahrzehntelangen Wartungsservice auf umgerechnet 34 Milliarden Euro belaufen. Damit handelt es sich um einen der lukrativsten Verträge in der Rüstungsbranche weltweit. Von Insider-Seite hieß es bereits im Januar, dass Thyssen-Krupp in dem Rennen zurückgefallen sei.

Der französische Regierung reagierte begeistert auf den Milliardenauftrag aus Down Under. Frankreichs Premierminister Manuel Valls sprach von einem „wunderbaren Erfolg“. „Stolz auf unsere Ingenieure, Techniker und Arbeiter“, schrieb er am Dienstag auf Twitter. Der Élyséepalast nannte die Wahl des französischen Anbieters DCNS für den Bau von zwölf U-Booten in einer Mitteilung „historisch“. „Frankreich ist dankbar für das Vertrauen, das Australien ihm beweist“, hieß es weiter. Präsident François Hollande habe Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian gebeten, nach Australien zu reisen.

John White, Australien-Chef der Marine-Sparte von Thyssen-Krupp, hingegen ließ ernüchternd verlauten: „Natürlich sind wir enttäuscht, doch wir sind bereit Australien auch bei künftigen U-Boot-Projekten weiterhin zu unterstützen.“

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