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23.09.2014

17:06 Uhr

Übernahme in Gefahr

Anleger trennen sich von Burger King

Burgerbrater unter Druck: Die amerikanische Fast-Food-Kette Burger King muss an der Börse kräftige Verluste hinnehmen. Grund dafür ist die Sorge, dass die Übernahme der Donut-Kette Tim Hortons platzen könnte.

Eine Burger-King-Filiale, fotografiert durch das Loch eines Tim-Horton-Donuts. Für die gescheiterte Übernahme zahlen die Burgermacher nun an der Börse Lehrgeld. Reuters

Eine Burger-King-Filiale, fotografiert durch das Loch eines Tim-Horton-Donuts. Für die gescheiterte Übernahme zahlen die Burgermacher nun an der Börse Lehrgeld.

FrankfurtAus Furcht vor einem Scheitern der Übernahme von Tim Hortons durch Burger King haben Anleger am Dienstag die Papiere des McDonald's-Rivalen verkauft. Burger King fielen um 1,3 Prozent.

Genährt wurden die Spekulationen von einem neuen US-Gesetz gegen Steuerflucht. Es richtet sich gegen die „Tax Inversion“ genannte Praxis, durch die Übernahme einer ausländischen Firma den Steuersitz in einen Staat mit geringeren Unternehmensabgaben zu verlegen. Das sofort geltende Maßnahmenpaket trifft vor allem jene Firmen, die entsprechende Deals angestoßen, aber noch nicht abgeschlossen haben.

Im August war bekannt geworden, dass Burger King die Restaurantkette Tim Hortons mit ihren 3630 kanadischen und 866 amerikanischen Niederlassungen übernehmen will. Die Summe des Deals soll 11,4 Milliarden US-Dollar (8,6 Milliarden Euro) in bar und in Aktien betragen. Dabei würde bei der Fusion der drittgrößte Fastfood-Konzern der Welt entstehen. Dabei soll auch Warren Buffets Beteiligungsgesellschaft Berkshire mitmischen. Denn Burger King wird von der Beteiligungsgesellschaft 3G Capital unter Jorge Paulo Lemann kontrolliert, der bereits bei der Übernahme von HJ Heinz durch die Buffett-Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway beteiligt war. Buffett kaufte seinerzeit die Hälfte des Aktienkapitals des Ketchup-Konzerns für etwa 4,25 Milliarden Dollar.

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Was nun zu der Aufregung führt ist der ebenfalls im August bekannt gewordene Plan der beiden Firmen, den Firmensitz der Fusion aus steuerlichen Gründen nach Kanada zu verlagern. Dazu äußerte sich Buffet nun so: Der Deal sei nicht durch steuerliche Gründe motiviert gewesen, Die Fusion müsse von anderen Transaktionen unterschieden werden, bei denen Firmen intellektuelles Kapital in andere Staaten exportierten.

Die US-Initiative, die sich nun gegen die Tax-Inversion wehrt, setzte auch den heimischen Pharmafirmen wie Pfizer oder AbbVie zu, die mit Multi-Milliarden-Übernahmen ihre Steuerlast senken wollten. Die in den USA gelisteten Aktien der Donut-Kette Tim Hortons rutschten vorbörslich knapp zwei Prozent ab.

Von

rtr

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