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10.01.2013

16:13 Uhr

Übernahme

MAN-Aktionäre spekulieren auf hohe Abfindung von VW

Die angekündigte Machtübernahme von Volkswagen bei MAN beflügelt die Fantasie der Aktionäre. Sie hoffen auf eine hohe Abfindung. Doch die wird es wohl nicht geben, denn VW schlägt eine härtete Gangart ein.

VW wird für die übrigen MAN-Anteile wohl kaum mehr als die Pflichthöhe zahlen wollen. dpa

VW wird für die übrigen MAN-Anteile wohl kaum mehr als die Pflichthöhe zahlen wollen.

HamburgDie angekündigte Machtübernahme von Volkswagen bei MAN beflügelt die Fantasie der Aktionäre. Wegen deren Hoffnung auf eine hohe Abfindung war die MAN-Aktie am Donnerstag bei überdurchschnittlich hohen Umsätzen höchster Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Der Kurs des Papiers sprang um fünf Prozent auf knapp 88 Euro, nachdem der Wolfsburger Autobauer am Vorabend angekündigt hatte, den Münchner Lkw-Konzern an die kurze Leine zu nehmen.

"Ich rechne damit, dass VW so viel MAN-Aktien wie möglich haben will, weil sie keine störenden Aktionäre haben wollen", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. VW besitzt bereits drei Viertel der MAN-Anteile. Gemessen am aktuellen Börsenkurs müssten die Wolfsburger gut drei Milliarden Euro hinblättern, um die restlichen Anteile zu übernehmen.
VW hatte am Mittwochabend Verhandlungen mit MAN über einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag angekündigt, nachdem der Konzern bereits im Sommer die dafür nötige Anteilsschwelle von 75 Prozent überschritten hatte. Damit müssen die Wolfsburger den verbliebenen Aktionären nun ein Abfindungsangebot unterbreiten.

Analysten gehen davon aus, dass die aus dem durchschnittlichen Kurs der vergangenen drei Monate und dem von Gutachtern noch zu ermittelnden Wert von MAN errechnete Offerte über dem aktuellen Aktienkurses liegen wird. Den gewichteten Durchschnittskurs der MAN-Stammaktie der vergangenen 90 Tage sehen Experten bei 79 Euro.
Eine VW-Sprecherin machte deutlich, dass sich der Konzern bei seinem Angebot streng an den aktienrechtlichen Vorgaben orientieren werde. Auch gebe es derzeit keine Pläne, MAN von der Börse zu nehmen. Allerdings halte sich VW alle Optionen offen. Ziel sei, die Gespräche mit dem MAN-Vorstand über einen Beherrschungsvertrag zügig zu beginnen.

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Damit ist auch ein Squeeze-out möglich. Zuvor hatte VW den Eindruck entstehen lassen, der Konzern schließe dies aus. Anleger spekulieren, VW könnte einen möglichst hohen Anteil anstreben und die restlichen Anteilseigner anschließend im Wege eines Squeeze-out aus dem Unternehmen drängen. Frank Schwope von der NordLB verwies auf das Beispiel Audi, an der VW einen kleinen Restanteil von unter einem halben Prozent an der Börse belässt, um die öffentliche Aufmerksamkeit eines Listings zu nutzen. "Warum soll VW das bei MAN anders machen?", fragte der Autoanalyst. Aktionäre, die das Angebot ablehnen, erhalten eine Garantiedividende.

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