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04.04.2011

13:38 Uhr

Übernahmegerüchte

Vossloh-Aktie klettert auf Allzeithoch

VonAnnika Williamson

Vossloh könnte bald einen neuen Eigentümer haben. Trotz Gerüchten und Unsicherheit sind die Anleger zuversichtlich.

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh plant für 2011 solide Gewinne. Quelle: dpa

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh plant für 2011 solide Gewinne.

DüsseldorfGerüchte um eine Übernahme des Verkehrstechnikkonzerns Vossloh haben am Montag die Aktie nach oben getrieben. Der MDax-Wert stieg bis zum Mittag um mehr als sechs Prozent auf 102,70 Euro und erreichte damit seinen Höchststand seit dem Börsengang im Jahr 1990.

Der Milliardär und Eigentümer des Technologieunternehmens Knorr-Bremse AG, Heinz Hermann Thiele, kauft nach Informationen des Handelsblatts seit Tagen Aktien auf und halte mittlerweile fast zehn Prozent an Vossloh. Möglich ist auch, dass Thiele noch weitere Anteile kauft.

Vossloh-Chef Werner Andree bestätigte vergangene Woche lediglich, dass Thiele mindestens fünf Prozent der Anteile am Unternehmen besitzt. Thieles Absichten seien auch für ihn unklar, sagte Andree. Er schätze Thiele aber als "honorigen Mann und erfolgreichen Unternehmer". Sein Einstieg bei Vossloh sei "schmeichelhaft".

Vossloh-Aufsichtsratschef Wilfried Kaiser und der Sprecher der Großaktionäre im Aufsichtsrat, Peter Langenbach, berichteten dem Handelsblatt, dass die Anteilseigner völlig im Unklaren über Thieles Absichten seien. "Wir haben bislang überhaupt keinen Kontakt mit ihm gehabt", so Langenbach.

Die Familiengemeinschaft Vossloh GbF hält derzeit mit 31 Prozent den größten Anteil am Unternehmen. Nach Angaben des Vorstandes beabsichtigen die Erben nicht, ihre Beteiligung zu verkaufen.

"Es hätte eine gewisse Logik, wenn Thiele seine Anteile weiter aufstockt", sagt Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel dem Handelsblatt. Trotz der Unsicherheit über Thieles Absichten ist sein Ausblick auf Vossloh weiterhin gut: In einer aktuellen Studie bewertete Schachel das Unternehmen mit "add" und einem Kursziel von 97 Euro. Zuversichtlich stimmt ihn, dass der Konzern trotz Problemen mit zwei Aufträgen in Libyen seine Ziele für 2011 bekräftigt hat.

Mitte März erreichte der Kurs einen Tiefpunkt bei 83 Euro, als Vossloh die Lieferung von Schienen-Bauteilen für eine neue Strecke zwischen der libysch-tunesischen Grenzstadt Ras Adjer und der Hafenstadt Sirt vorläufig einstellen musste. Vossloh kam damit einer Aufforderung der China Civil Engineering Corporation nach, die Generalunternehmer des libyschen Bahnprojekts ist. Dem westfälischen Unternehmen gehen dadurch vorerst Umsätze von 70 Millionen Euro verloren.

Doch so schnell es mit dem Kurs bergab ging, so rapide erholte sich das Papier auch wieder. Die Investoren glauben dem Unternehmen, dass das starke Geschäft in anderen Regionen die Ausfälle in Libyen ausgleichen kann. Vossloh hatte sein Umsatzziel von 1,4 Mrd. Euro für 2011 vergangene Woche noch einmal bestätigt.

Gleichzeitig gab der Konzern sein Ergebnis für das Geschäftsjahr 2010 bekannt. Der Umsatz stieg um 15, der Gewinn um zehn Prozent. Die Hälfte des Umsatzzuwachses gehe dabei auf das neu erworbene Geschäftsfeld 'Rail Services' zurück. Konzernchef Andree nannte 2010 "das erfolgreichste Jahr unserer Unternehmensgeschichte".


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