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12.03.2012

14:43 Uhr

Umdenken

Dividenden locken Investoren in Schwellenländern

Anleger in Schwellenländern wie China oder Brasilien setzen mittlerweile verstärkt auf Dividenden. Vorreiter sind dabei die staatlich kontrollierten Firmen. Experten rechnen mit Steigerungen.

Auch brasilianische Firmen setzen auf Dividenden. dpa

Auch brasilianische Firmen setzen auf Dividenden.

LondonDividende war für Anleger in aufstrebenden Schwellenländern lange Zeit ein Fremdwort. Sie setzten eher auf Kurssteigerungen, weil die Unternehmen ihre Gewinne lieber in weiteres Wachstum investierten, als es an die Aktionäre auszuschütten. Das Umdenken ist aber im vollem Gang. Investoren realisierten langsam, dass sie auch in Schwellenländern inzwischen ordentliche Dividendenrenditen erwirtschaften könnten, sagt Julian Mayo, der bei Charlemagne Capital einen auf entsprechende Firmen spezialisierten Fonds leitet.

Nach Reuters-Daten werden Firmen aus Staaten wie China, Brasilien oder Indien 2012 im Schnitt 35 Prozent ihrer Gewinne auszahlen. Dies ist rund ein Drittel mehr als im Jahr 2000. In Südafrika oder Taiwan werden die Ausschüttungsquoten voraussichtlich sogar auf 45 bis 50 Prozent steigen, während es in den USA nur knapp 32 Prozent sind.

In Industrieländern halten sich viele Unternehmen zunehmend mit Zahlungen zurück. So sitzen die im US-Index S&P500 gelisteten Unternehmen zwar auf rekordhohen Bargeld-Beständen, gleichzeitig ist die durchschnittliche Ausschüttungsquote so niedrig wie nie. Offenbar zweifeln viele Manager angesichts der Schuldenkrise und des harten Sparkurses in vielen westlichen Ländern an den Wachstumsaussichten.

Diese sind in Schwellenländern immer noch gut. Darüber hinaus hat sich ein bisheriger Nachteil in einen Vorteil umgekehrt: Der Wechselkurs. Dividenden in indonesischen Rupien oder brasilianischen Real seien wie ein „Royal Flush“ beim Poker, betont Fondsmanager Brian Baran von Symphony Financial Partners. „Man erhält eine Rendite von 4,5 Prozent plus einen steigenden Wechselkurs.“

Vorreiter bei den Ausschüttungen sind staatlich kontrollierte Firmen, die in vielen Schwellenländern die Aktienindizes dominieren. „Regierungen brauchen Geld für ihre sozialen Verpflichtungen“, schreiben die Experten von Renaissance Asset Managers in einem Kommentar. „Die immer stärker bevorzugte Methode zur Geldbeschaffung sind Dividenden. Dieser Trend ist in Polen oder Russland bereits sichtbar.“ Angesichts einer anhaltenden Privatisierungswelle könne mit nachhaltigen oder sogar steigenden Dividenden gerechnet werden, da hohe Dividendenrenditen ein gutes Lockmittel für neue Investoren sind.

Kommentare (2)

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12.03.2012, 15:25 Uhr

In China zu investieren ist ein Fehler, weil es die Krise der westlichen Industrienationen verschärft!!!

basf

12.03.2012, 15:31 Uhr

Das mit den Schwellenländern ist eine seit Jahren gehende Gehirnwäsche, die nur am Anfang, also etwa ab 1990, erstklassig lief. Man weiß doch, dass alles verzahnt ist! Also, warum dieses Brainwashing: wenn ich in BASF investiere, bin ich genauso gut in den S-ländern investiert!

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