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24.05.2012

10:20 Uhr

Umstrittener Börsengang

Facebook-Finanzchef wird zum Sündenbock

Der verpatzte Börsengang von Facebook zieht weitere Kreise. Kritiker werfen dem Finanzchef vor, er habe den Börsengang „zum Scheitern verurteilt“. Unterdessen prüft das Unternehmen den Wechsel an eine andere Börse.

Fall Facebook

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Fall Facebook: Talfahrt: Klagen gegen Zuckerberg

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New YorkNach Medienberichten soll der Finanzchef von Facebook, David Ebersman, vor dem Börsengang des sozialen Netzwerks im Alleingang die Aufstockung der auszugebenden Aktien um 25 Prozent beschlossen haben.

Ebersmann habe einen starken Einfluss auf alle wichtigen Entscheidungen während des Börsenganges gehabt und „nicht die Bankiers konsultiert, wie es viele Unternehmen machen“, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch auf seiner Internetseite. Noch kurz vor dem Börsengang hatte Facebook sowohl den Ausgabepreis als auch die Zahl der angebotenen Aktien deutlich erhöht.

Kommentar: Facebook - das blaue Wunder

Kommentar

Facebook - das blaue Wunder

Facebook und die Banken am Pranger: Wie immer wenn etwas schief läuft, gibt es eine Klage nach der anderen. Doch wie soll der Vorwurf lauten? Raffgier und falsche Einschätzung sind schließlich nicht strafbar.

Die Entscheidung des Finanzchefs, die Zahl der Anteilsscheine zu erhöhen, könne den Börsengang „zum Scheitern verurteilt“ haben, berichtete die Finanzzeitung unter Berufung auf rund ein Dutzend Interviewpartner, die an dem Prozess beteiligt gewesen seien. Wichtigster Vertrauter von Ebersman sei Michael Grimes gewesen, der bei der beim Börsengang federführenden Bank Morgan Stanley für die Technologiesparte zuständige Co-Direktor für Bankgeschäfte. Dieser habe Ebersman versichert, dass die Nachfrage stark sei, was letztendlich nicht der Fall gewesen sei. „Dieser Börsengang war das Werk von Ebersman und Grimes“, zitierte das „Wall Street Journal“ eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Diese Stimmen hatten den Facebook-Börsengang begleitet

Warren Buffett

Warren Buffett (Star-Investor)

„Die Idee, dass eine frisch an den Markt gebrachte Firma unter tausenden und abertausenden Firmen weltweit die günstigste Gelegenheit ist, ist einfach dümmlich."

Michael Pachter

Michael Pachter (Analyst bei Wedbush)

„Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt.“

Phillip Goldberg

Phillip Goldberg (Investor)

"Orders von Investoren, die am ersten Handelstag Facebook- Aktien kaufen wollten, wurden häufig erst Stunden später ausgeführt. In der Zwischenzeit hatten die Investoren, die diese Aktien kaufen wollten, keine Ahnung, ob ihre Geschäfte ausgeführt worden waren und daher keine Ahnung, ob sie überhaupt Facebook-Aktien hielten."

Goldberg hat Klage gegen den Börsenbetreiber Nasdaq eingereicht.

Mary Schapiro

Mary Schapiro (SEC-Chefin)

„Es gibt einige Probleme, die wir uns anschauen müssen, vor allem im Zusammenhang mit Facebook.“

Robert Greifeld

Robert Greifeld (Nasdaq-Chef)

„Es hat ganz klar Fehler gegeben.“

Jim Cramer

Jim Cramer (Ex-Börsenhändler und TV-Moderator)

„Es ist unbestritten, dass (Facebook) ein schnell wachsendes und gut geführtes Unternehmen ist und es könnte ein guter Deal sein (…) Nur nicht am Eröffnungstag“.

Henry Blodget

Henry Blodget (Chef der Analyseplattform “Business Insider”)

“Wenn sich das Wachstum nicht wieder zulegt, ist es schwer zu sehen, wie die Aktie groß zulegen soll“

David Rolfe

David Rolfe (Investmentchef von Wedgewood Partners)

„Die Wall Street ist ein strenger Lehrmeister. Nun wird von Facebook erwartet, dass das Unternehmen regelmäßig seine Ziele anhebt, um sie dann zu übertreffen.“

Simon Lee

Simon Lee (Analyst bei der Navy Federal Credit Union)

„Für Facebook ist immer noch eine Menge mehr Platz, und es wird weiterhin mehr Nachfrage nach der Aktie als Angebot geben 

Yves Maillot

Yves Maillot (Head of Investments von Robeco Gestions)

„Facebooks Preisgestaltung erscheint recht teuer zu sein" Der Börsengang dränge darüber hinaus in ein „sehr schwieriges Umfeld für den US-Aktienmarkt."

Tom Taulli

Tom Taulli (IPO-Experte für Tech-Aktien)

„Banker werden das Beispiel als Erinnerung für Firmen nutzen, dass sie beim Preis nicht zu hoch greifen sollten. Die Devise 'der Himmel ist die Grenze' gilt nicht mehr.“

John Scandalios

John Scandalios (Leiter Franklin Templeton Technologiefonds)

„Bei den Geschäftsmodellen gibt es noch viele offene Fragen"

Nick Einhorn

Nick Einhorn (Analyst der Beratungsfirma Renaissance Capital)

"Es war nicht so aufregend, wie es hätte sein können. Aber ich denke nicht, dass wir den Börsengang als Misserfolg werten sollten."

Larry Page

Larry Page (Gründer und Konzernchef von Google)

„Wir haben versucht, mehr einfache Leute teilhaben zu lassen.

In einer Talkshow äußerte sich Page über die Unterschiede zwischen den Börsengängen von Google und Facebook.

Die Facebook-Aktie hatte sich am Mittwoch ein wenig von ihrer Talfahrt erholt. Die Papiere sind aber weiter deutlich weniger wert als der Ausgabepreis von 38 Dollar. Als ein Grund für den Absturz galt, dass Facebook und die beteiligten Banken die Nachfrage offenbar überschätzt hatten.

Kommentare (4)

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Thomas-Melber-Stuttgart

24.05.2012, 10:20 Uhr

Für FB war der Börsengang doch ein voller Erfolg !? Wem die Aktie zum Ausgabepreis zu teuer war brauchte ja nicht zu kaufen.

Kritiker

24.05.2012, 11:02 Uhr

Unfassbar schlechte Tonqualität. Schwer was zu verstehen.

Tomate

24.05.2012, 11:39 Uhr

Wer zu diesen Zeiten an die Börse geht der hat sie doch nicht mehr ALLE!!!
Manchmal fässt man sich auch als Nicht-Banker einfach nur an den Kopf..

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