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19.06.2017

11:44 Uhr

US-Hedgefonds Third Point

Spekulationen um Investor treiben Philips

Philips soll ins Visier des US-Investors Third Point geraten sein. Die Aktien der Niederländer schießen in die Höhe. Der Hedgefonds ist bekannt für seine aktiv gestalteten Investments – und gepfefferte Briefe an CEOs.

Der Konzernumbau liegt in den letzten Zügen, nun soll Third Point an die Tür klopfen. Reuters

Philips

Der Konzernumbau liegt in den letzten Zügen, nun soll Third Point an die Tür klopfen.

Spekulationen auf einen Investoren-Einstieg haben die Aktien von Philips auf ein 15-Jahres-Hoch geschossen. Der aktivistische Investor Third Point soll Interesse an einem Engagement beim niederländischen Medizintechniker haben. Die Titel legten am Montag um bis zu 6,7 Prozent auf 34,02 Euro zu und waren mit Abstand der größte Gewinner an der Börse in Amsterdam. Am Mittag kamen sie noch auf ein Plus von fünf Prozent. Die britische Zeitung „The Times“ berichtete am Wochenende, Third Point kaufe Anteile an dem Siemens-Rivalen und wolle sich aktiv in das Management des Konzerns einbringen.

Der US-Hedgefonds ist bereits bei Sotheby's, Yahoo und Sony engagiert. Zeitweise war Third Point mit sechs Prozent der Aktien der größte Einzelinvestor bei Sony. Die 1995 gegründeten New Yorker verwalten aktuell ein Vermögen von 19,4 Milliarden US-Dollar und gehören damit zu den größeren Häusern.

Philips: Siemens-Rivale mit Gewinnsprung

Philips

Siemens-Rivale mit Gewinnsprung

Philips konzentriert sich inzwischen auf die Medizintechnik und elektrische Körperpflegegeräte. Dank Kostensenkungen hat der niederländische Konzern nun einen überraschend starken Gewinnsprung erzielt.

Third Point ist bekannt für seine aktive Interpretation eines Investments – und die gestalten sie ungewöhnlich direkt. Third Points Gründer und Chef, Dan Loeb, genießt in der Finanzwelt einen Ruf als scharfe Zunge. Man kennt seine gepfefferten Briefe an die CEOs seiner Beteiligungen, etwa an Yahoo, Sotheby oder The Intercept. 2005 kam er etwa in einem persönlichen Schreiben an den CEO des Heizöl-Konzerns Star Gas Partners, Irik Sevin, zu dem Urteil, dass kein Weg daran vorbeiführe, selbigen als den gefährlichsten und inkompetentesten Vorstand in Amerika zu bezeichnen.

Der Brief endete mit der Bemerkung: „Amüsiert war ich als ich herausfand, dass es ein Irik-Sevin-Stipendium an der Cornell Universität gibt. Man kann jeden Studenten nur zutiefst bemitleiden, dessen Lebenslauf auch nur in entferntester Weise ihr Name anhaftet.“

Der Medienbericht über eine mögliche Investition bei Philips wirkte auch nach Frankfurt. Im Dax gehörte Siemens mit einem Kursgewinn von bis zu 1,7 Prozent auf 86,46 Euro zu den Top-Titeln am Montag.

Philips konzentriert sich nach einem Konzernumbau auf die Medizintechnik und Geräte zur Körperpflege wie elektrische Zahnbürsten und Rasierer. Die Unterhaltungselektronik haben die Niederländer verkauft, die Lichttechnik als Philips Lighting abgespalten. Philips ist einer der größten Technologie-Konzerne Europas.

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