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11.04.2006

07:00 Uhr

US-Softwareproduzent

Adobe verlangt Geduld

VonAnette Kiefer

Die Manager von Adobe Systems haben sich nicht eben den besten Zeitpunkt für die Präsentation der durchwachsenen Quartalsbilanz ausgesucht: Während viele US-Unternehmen derzeit Rekordergebnisse bekannt geben, stechen die mittelmäßigen Zahlen des Softwareproduzenten den Anlegern geradezu ins Auge. Der Markt reagierte prompt mit Kursverlusten.

HOUSTON. Dabei hatten die Kalifornier die Erwartungen der Wall Street sogar übertroffen und die Prognose für das Gesamtjahr erneut bestätigt. Allerdings sollen die Einnahmen im kommenden Quartal nicht gerade üppig ausfallen und die Übernahme des ehemaligen Erzkonkurrenten Macromedia zieht sich auch länger hin als erhofft.

Dennoch ist Adobe mit der Übernahme auf dem richtigen Weg, sagen die Experten. Denn die Produkte der beiden Unternehmen ergänzen sich hervorragend. „Alles in allem läuft die Fusion nach Plan“, sagt Rick Sherlund von Goldman Sachs und sein Kollege Philip Rueppel von Wachovia Securities lobt: „Die beiden Unternehmen werden zusammen fundamental stärker sein als vorher.“

In den kommenden Quartalen will Adobe die neuen Versionen verschiedener erfolgreicher Programme auf den Markt bringen, was für 2007 ein lukratives Jahr verspricht. Aufwind wird die Aktie unterdessen schon vorher bekommen, erwartet Heather Bellini von UBS. „Normalerweise beginnt der Adobe-Aktienkurs jeweils sechs Monate vor einem neuen Produktzyklus zu steigen.“ Doch bis dahin prognostizieren mehrere Analysten erst einmal Windstille.

Unsicherheit birgt auch die verwirrende Personalsituation: Nach der Macromedia-Übernahme hatte das Adobe-Management zunächst Stellen gestrichen. Zudem wollte Finanzchef Murray Demo den Konzern eigentlich aus familiären Gründen Ende März verlassen. Doch ist noch keinen Nachfolger benannt, so dass Demo voraussichtlich noch einige Zeit an Bord bleibt. „In dieser Übergangsphase wird die Unsicherheit der Anleger wahrscheinlich bestehen bleiben“, sagt Analyst Rueppel.

Fazit der Experten: Obwohl Adobe nach wie vor eine attraktive Aktie ist, sollten die Anleger im Moment erst einmal abwarten. Im Februar rieten noch 15 von 24 Analysten den Investoren zum Kauf; inzwischen sind es nur noch zwölf.

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