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30.07.2014

11:14 Uhr

USA vs. Europa

Kräftemessen der Kontinente

VonJörg Hackhausen

Europas Banken geraten ins Hintertreffen. Sie sind längst nicht so profitabel wie die Konkurrenz in den USA. Eine der größten Enttäuschungen ist die Deutsche Bank. Für mutige Investoren gibt es aber eine Chance.

Skyline von New York (links) und Frankfurt: US-Banken sind derzeit viel profitabler. dpa

Skyline von New York (links) und Frankfurt: US-Banken sind derzeit viel profitabler.

DüsseldorfEs war ein seltenes Bild: die Aktie der Deutschen Bank an der Spitze im Dax. Nachdem das Geldinstitut am Dienstag seine Quartalszahlen vorgelegt hatte, schien die Reaktion an der Börse wohlwollend auszufallen. Unmittelbar nach Börsenstart legte der Aktienkurs um fast zwei Prozent zu. Sollte das der Wendepunkt für die zuletzt so schwache Aktie gewesen sein? Wohl kaum, schon kurze Zeit später fiel der Kurs wieder zurück. Seit langem schon schwächelt die Deutsche Bank. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Aktie um gut 20 Prozent gefallen – der schwächste Wert im Dax. 

Der Vorsteuergewinn sei höher ausgefallen als von ihm und vom Markt erwartet, schrieb Analyst Daniele Brupbacher von der UBS in einer Studie. Beim Überschuss habe die Bank aber seine Schätzungen verfehlt. Die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten blieben das beherrschende Thema. Der Nettogewinn lag mit 238 Millionen Euro fast ein Drittel unter dem des Vorjahrs.

Bankaktien im Vergleich

Deutsche Bank

Kursentwicklung (1 Jahr): -21,9 Prozent
Markkapitalisierung: 36,86 Milliarden Euro

Commerzbank

Kursentwicklung (1 Jahr): +69,9 Prozent
Markkapitalisierung: 12,77 Milliarden Euro

UBS

Kursentwicklung (1 Jahr): -8 Prozent
Markkapitalisierung: 63,8 Milliarden Schweizer Franken

Credit Suisse

Kursentwicklung (1 Jahr): -5,3 Prozent
Markkapitalisierung: 46,02 Milliarden Schweizer Franken

Barclays

Kursentwicklung (1 Jahr): -23,3 Prozent
Markkapitalisierung: 35,79 Milliarden GBp

Royal Bank of Scotland

Kursentwicklung (1 Jahr): -8,7 Prozent
Markkapitalisierung: 41,57 Milliarden GBp

HSBC

Kursentwicklung (1 Jahr): -12,5 Prozent
Markkapitalisierung: 118,83 Milliarden GBp

Lloyds Banking Group

Kursentwicklung (1 Jahr): +10,8 Prozent
Markkapitalisierung: 53,39 Milliarden GBp

BNP Paribas

Kursentwicklung (1 Jahr): +3,8 Prozent
Markkapitalisierung: 61,78 Milliarden Euro

Société Générale

Kursentwicklung (1 Jahr): +27,9 Prozent
Markkapitalisierung: 31,17 Milliarden Euro

Credit Agricole

Kursentwicklung (1 Jahr): +48,9 Prozent
Markkapitalisierung: 27,51 Milliarden Euro

Unicredit

Kursentwicklung (1 Jahr): +51,2 Prozent
Markkapitalisierung: 35,23 Milliarden Euro

Banco Santander

Kursentwicklung (1 Jahr): +39,9 Prozent
Markkapitalisierung: 91,61 Milliarden Euro

JP Morgan

Kursentwicklung (1 Jahr): +5,29 Prozent
Markkapitalisierung: 223,34 Milliarden Dollar

Morgan Stanley

Kursentwicklung (1 Jahr): +19,5 Prozent
Markkapitalisierung: 65,3 Milliarden Dollar

Goldman Sachs

Kursentwicklung (1 Jahr): +7,6 Prozent
Markkapitalisierung: 78,43 Milliarden Dollar

Wells Fargo

Kursentwicklung (1 Jahr): +19,2 Prozent
Markkapitalisierung: 270,89 Milliarden Dollar

Bank of America

Kursentwicklung (1 Jahr): +5,6 Prozent
Markkapitalisierung: 164,01 Milliarden Dollar

Citigroup

Kursentwicklung (1 Jahr): -4,3 Prozent
Markkapitalisierung: 151,69 Milliarden Dollar

Doch nicht nur die Deutsche Bank kämpft mit Problemen. Ein weltweiter Vergleich unter Großbanken zeigt, dass die europäischen Institute gegenüber den US-Banken ins Hintertreffen geraten. Die US-Institute profitieren von ihrer stärkeren Ausrichtung auf das Investmentbanking, das zuletzt dank der guten Entwicklung an den Kapitalmärkten hohe Gewinne abgeworfen hat. Hinzu kommt die unterschiedliche Entwicklung der jeweiligen Volkswirtschaften. Während sich die US-Wirtschaft wieder erholt, hat Europa nach wie vor mit den Nachwirkungen der Schuldenkrise zu kämpfen. 

Im Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) heißt es, die Branche habe weltweit zwar wieder recht gut Tritt gefasst, allerdings bleibe die Lage gerade in Europa angespannt. Die europäischen Banken müssten widerstandsfähiger werden und ihre Geschäftsmodelle langfristig tragfähig machen. 

„Die europäische Wirtschaft bleibt weiterhin fragil. Das Hauptproblem – eine zu hohe Verschuldung der privaten und öffentlichen Haushalte – ist keineswegs gelöst“, sagt Harm Semder, Director der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in Deutschland. Wenn die wirtschaftliche Erholung nicht wie erwartet stattfinde, schlage dies automatisch auf das Bankensystem durch. 

Kommentare (11)

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Herr Thomas Behrends

30.07.2014, 11:27 Uhr

Na, ja, Dreck am Stecken haben wohl alle Banken dieser Welt! Nun aber einen Vergleich zwischen amerikanischen und europäischen Bank herzustellen halte ich für sehr gewagt.

Erinnern wir uns nicht mehr an Helicopter-Ben, der mit seinem "Printing Money" die US-amerikanische Finanzindustrie mit Geld zum Null-Tarif geflutet hat und obendrein noch Schrottpapiere kaufte?

Das Ausmaß dieses finanzpolitischen Schwachsinns ist mit dem europäischen "Rettungsschirm" nicht zu vergleichen.

Herr Fred Meisenkaiser

30.07.2014, 11:39 Uhr

In Anbetracht der US-Spionage durch die NSA in Europa von einem Kräftemessen zu sprechen ist weit daneben!

Die USA besetzen Europa durch Abkopplung von Rußland mittels TTIP, ihrer Rating-Agenturen und getürkten Geheimdienstberichten! Notfalls auch mit Waffengewalt.

Herr Fred Meisenkaiser

30.07.2014, 11:41 Uhr

Es wird Zeit für eine europäische Ratingagentur! Aber das wurde von den USA ja verboten.

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