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11.07.2017

08:54 Uhr

Verfehlte Prognosen

Aktie von Snap fällt unter Ausgabepreis

Der Börsengang von Snap war noch als Erfolg gefeiert worden. Doch mittlerweile stürzt die Aktie immer weiter ab. Die Gründe dafür sind simpel.

Die Muttergesellschaft von Snapchat hat ernsthafte Probleme. dpa

Snap Inc.

Die Muttergesellschaft von Snapchat hat ernsthafte Probleme.

New YorkDie Aktie der Firma hinter der populären Foto-App Snapchat ist erstmals unter den Ausgabepreis des Börsengangs Anfang März gefallen. Das Papier der Snap Inc. schloss nach einem weiteren Rückgang von 1,11 Prozent bei 16,99 Dollar. Es war Investoren vor dem Börsendebüt für 17 Dollar verkauft worden und zunächst bis an die Marke von 27 Dollar gestiegen. Anleger machen sich Sorgen, dass Snap im harten Konkurrenzkampf mit dem großen Rivalen Facebook Federn lassen könnte.

Die Investoren stellen sich auf anstehende Zahlen für das zweite Quartal ein. Die Ergebnisse des ersten Vierteljahrs zeigten, dass Snapchat sich schwer tat, neue Nutzer zu gewinnen, während Facebook erfolgreich Funktionen von Snapchat kopierte.

Der Bilderdienst Snapchat

Die App

Snapchat ermöglicht es, Bilder- und Videoschnipsel mit einem eingebauten Verfallsdatum zu versenden. Mit Zusatzfunktionen wie Filtern erfreut sich die App gerade bei Jugendlichen großer Beliebtheit: Laut einer Umfrage der Bauer Media Group stieg die Zahl der Snapchat-Nutzer von 17 Prozent 2015 auf 35 Prozent 2016. Konkurrent Facebook sank von 40 auf 32 Prozent.

Die Gründer

Evan Spiegel und Bobby Murphy lernten sich während ihres Studiums an der Stanford-University kennen, der Eliteuniversität im Silicon Valley. Dort entstand auch die erste Idee für die App. Murphy und Spiegel gründeten das Unternehmen 2011 mit Sitz in Los Angeles. Facebook-Chef Mark Zuckerberg bot den Gründern zwei Jahre später drei Milliarden Dollar für Snapchat – Spiegel und Murphy lehnten ab.

Der Börsengang

Als „Camera Company“ startete Snap im März an der Börse – und erlebte einen wahren Höhenflug: Der Kurs der Aktie stieg am ersten Handelstag um 44 Prozent. Das Start-up war auf einen Schlag mindestens 28 Milliarden Dollar wert. Evan Spiegel allein erhielt einen Sonderbonus von 750 Millionen Dollar.

Snap verfehlte die Prognosen von Analysten beim Wachstum von Nutzerzahl und Umsatz. Denn wie groß und wie effizient die Firma werden kann, ist nach wie vor die zentrale Frage für die Investoren. Snap kam im ersten Quartal auf 166 Millionen täglich aktive Nutzer. Das waren nur acht Millionen mehr als im Quartal zuvor. Damit ging die seit Herbst andauernde Flaute weiter.

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Die zuvor steile Wachstumskurve knickte ein, als Facebook anfing, in großem Stil Elemente von Snapchat nachzuahmen - wie etwa die „Stories“-Funktion, bei der Nutzer für 24 Stunden Bilder mit ihren Freunden teilen können. Facebooks Fotodienst Instagram verkündete im Frühjahr, dass ihr „Stories“-Klon auf über 200 Millionen User kommt - also mehr als bei Snapchat selbst. Instagram legte auch ein ganz anderes Wachstumstempo vor: Die App gewann zwischen Dezember 2016 und April dieses Jahres 100 Millionen Nutzer hinzu und kommt jetzt auf 700 Millionen.

Von

dpa

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