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07.01.2010

08:43 Uhr

Verkaufsempfehlung

Experten prophezeien schwere Zeiten für die T-Aktie

VonChristian Panster

Die Schweizer Großbank UBS setzt die Papiere der Deutschen Telekom auf die Verkaufsliste. Probleme bereitet unter anderem der US-Markt. Dabei hatte es in den vergangenen Wochen gar nicht so schlecht ausgesehen für die Telekom-Anleger. Charttechnisch sprach einiges für einen Aufwärtstrend.

Vor allem das US-Geschäft macht der Telekom zu schaffen. ap

Vor allem das US-Geschäft macht der Telekom zu schaffen.

FRANKFURT. Anleger, die Telekom-Aktien in ihrem Depot haben, sind schlechte Nachrichten gewöhnt. Gestern gab es gleich mehrere: Die Schweizer UBS senkte ihre Einschätzung für die Papiere von "Neutral" auf "Sell". Kritisch äußerten sich auch die Analysten von Deutsche Bank und WestLB zu den Perspektiven der T-Aktie. Erst am Vortag hatte Morgan Stanley gemeckert. Kein Wunder, dass der Kurs gestern bröckelte. Mit einem Minus von zeitweise mehr als zwei Prozent auf 10,30 Euro waren die Aktien der Deutschen Telekom große Verlierer im Dax.

Dabei hatte es in den vergangenen Wochen gar nicht so schlecht ausgesehen für die Telekom-Anleger. Urplötzlich kletterte der Aktienkurs über die psychologisch wichtige Marke von zehn Euro, nachdem er lange Zeit zwischen acht und neun Euro hin und her gependelt war. Aus charttechnischer Sicht sprach sogar einiges für einen intakten Aufwärtstrend.

Steht die Dividende auf der Kippe?

Nichts da, sagt Laura Janssens. Geht es nach der UBS-Analystin, wird der T-Kurs nicht mehr weit nach oben klettern - ganz im Gegenteil. Mittelfristig werde die Aktie nachgeben, schreibt Janssens in einer aktuellen Studie und empfiehlt Anlegern zu verkaufen. Das Kursziel taxiert sie bei 8,70 Euro und damit deutlich unter dem aktuellen Niveau.

Die UBS-Expertin begründet ihr Urteil mit der zuletzt überdurchschnittlichen Kursentwicklung. 2010 werde zudem ein schwieriges Jahr für die Telekom, glaubt sie. Ihre Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) liegt zwei Prozent unter der Markterwartung. Als weitere Punkte führt sie strukturelle Herausforderungen in den Schwellenländern und bei T USA-Mobile an sowie den Rückfall des Free Cash Flows, der die Dividende weniger sicher erscheinen lasse als im restlichen Sektor. Das Geschäft auf dem Heimatmarkt verlaufe zwar grundsätzlich gut, eine beschleunigte Kabelakzeptanz berge jedoch Risiken für das Festnetzgeschäft.

Vorsichtig äußert sich auch Tarkan Cinar von der WestLB. Der US-Markt signalisiere kein sonderlich hohes Wachstumspotenzial, gleichzeitig sorgten die Kabelnetzbetreiber im deutschen Breitbandgeschäft für Druck auf das EBITDA, sagt der Analyst. Auch er empfiehlt, die T-Aktien besser aus dem Depot zu werfen. Als Kursziel gibt er 9,22 Euro aus.

Matthew Bloxham von der Deutschen Bank rät dagegen abzuwarten. Sein Kursziel liegt bei 11,20 Euro. Bloxham hat seine Umsatz-Prognosen für 2010 und 2011 um ein bis zwei Prozent reduziert. Dabei verweist er auf neue Wechselkursprognosen und geänderte Erwartungen für das griechische Telekommunikationsunternehmen OTE, an dem die Telekom beteiligt ist. Insgesamt dürfte das Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Cash Flows und Dividenden im Telekommunikationssektor aufgrund eines höheren Wachstums als 2009 aber zulegen.

Kommentare (3)

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H. Dietz

07.01.2010, 12:22 Uhr

Analysten, ein Schlagwort, dass zur Zeit sicherlich
kritisch vom Anleger beobachtet wird.
Hier wieder so ein beispiel.
DTAG - UbS 8,70 Euro / Db 11,20 Euro.
Leben diese Analysten auf zwei verschiedenen Planeten?
Man hat den Eindruck, dass Kurse runtergeredet werden, damit man wieder billig einkaufen kann.

T. Ahlers

07.01.2010, 14:01 Uhr

Ausgerechnet die UbS. Sie sollte sich besser selbst zum Verkauf stellen.
Die Dt. Telekom würde ich so schnell nicht verkaufen. Die Dividende beträgt auf 4 Monatssicht 7,5%; auf 16 Monatssicht 15%. Das sind ja venezolanische Zinsverhältnisse!
Übrigens: Das Kurs-buchwert-Verhältnis liegt nahe der 1,05.

Stefan

29.01.2010, 15:55 Uhr

Man hat den Eindruck, dass Kurse runtergeredet werden, damit man wieder billig einkaufen kann.
Es wird erstmal ganz anderes zweitemal als Mann Denk.
Angela braucht Gewinn und Vorsier schon lange eine beteiligung. Vodafon Pocht auf 20 Milliarden Steuergelder???????????????

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