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13.11.2014

15:23 Uhr

Virgin America

US-Airline will an die Börse gehen

Richard Branson plant den nächsten Coup. Die US-Airline Virgin America, Teil des Virgin-Firmenimperiums, soll an die Börse gehen. Die Aktie hat Potenzial durchzustarten. Was Anleger über die Neuemission wissen müssen.

Richard Branson lässt sich gerne feiern. Der Milliardär ist für Virgin America Hoffnungsträger und Risikofaktor zugleich. ap

Richard Branson lässt sich gerne feiern. Der Milliardär ist für Virgin America Hoffnungsträger und Risikofaktor zugleich.

Die US-Airline Virgin America, bekannt für spezielles Licht-Ambiente, ausgefallene Cocktails und besondere Entertainment-Möglichkeiten in ihren Fliegern, plant ihren Börsengang. Das berichtet das US-Onlineportal www.qz.com. Mit der Neuemission will der schillernde Besitzer des Unternehmens, Milliardär Richard Branson, rund 320 Millionen Dollar in die Kassen von Virgin America spülen. Es wird erwartet, dass der Flugkonzern an der Börse mit knapp einer Milliarden Dollar bewertet wird.

Außerdem gehen Experten davon aus, dass bei dem erwarteten IPO 13,3 Millionen Aktien von Virgin America vergeben werden. Der Preis pro Aktie soll bei der Erstnotierung zwischen 21 und 24 Dollar liegen. Die Aktien des Unternehmens dürfte nicht nur bei Anlegern, die ein grundsätzliches Interesse an Aktien aus der US-Flugbranche haben, gut ankommen.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Airlines profitieren derzeit von niedrigen Kerosinpreisen bei gleichzeitig steigenden Ticketpreisen. Teilt man die Passagiereinnahmen durch die Gesamtzahl der Virgin-Fluggäste zeigt sich, dass Virgin ihre Ticketpreise von Jahr zu Jahr steigern konnte. Lag der Durchschnittspreis 2009 noch bei knapp 140 Dollar, verlangte das Unternehmen in diesem Jahr bereits über 204 Dollar pro Flug.

Allerdings kann sich die Lage schnell wieder ändern. Denn der derzeit niedrige Kerosinpreis, der die Margen bei den Airlines hochtreibt, ist gleichzeitig auch ein Risikofaktor. Der Preis kann genauso schnell, wie er gesunken ist, wieder steigen, wenn die Verfügbarkeit des Kerosins begrenzt wird.

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