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17.11.2015

14:38 Uhr

Volkswagen

VW-Aktie hat wieder Fans

VonMatthias Streit

Nach immer neuen Details im Abgasskandal schwankt die VW-Aktie auf und ab. Niemand weiß, wie hoch die Strafen und Folgekosten für die Wolfsburger ausfallen. Trotzdem raten einige Analysten wieder zum Kauf.

Nach Titeln in der Fahrer- sowie der Herstellerwertung lief es in der  Rallye-Weltmeisterschaft für VW zuletzt hervorragend. Deutlich schlechter läuft es im Abgasskandal: Noch immer lässt sich nicht klar abschätzen, welche Kosten dem Konzern drohen. AFP

Durch schwere Fahrwasser

Nach Titeln in der Fahrer- sowie der Herstellerwertung lief es in der Rallye-Weltmeisterschaft für VW zuletzt hervorragend. Deutlich schlechter läuft es im Abgasskandal: Noch immer lässt sich nicht klar abschätzen, welche Kosten dem Konzern drohen.

DüsseldorfWenn es nach Jürgen Pieper geht, ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um in die VW-Aktie einzusteigen. Der Analyst der Frankfurter Privatbank Metzler rät Anlegern erstmals seit Beginn des Dieselgates wieder zum Kauf des Wertpapiers. Den angemessenen Kurs sieht Pieper bei 120 Euro. Aktuell notiert die Aktie bei 98 Euro.

„Nachdem die potenziellen Produktkosten nun etwas konkreter wurden und insgesamt wohl niedriger ausfallen werden, als wir noch vor einigen Wochen dachten, haben wir unsere Empfehlung von Halten auf Kaufen geändert“, begründet der renommierte Aktien-Analyst die Entscheidung. Nach seinen Einschätzungen werden die produktbezogenen Folgekosten bei 10,5 Milliarden Euro liegen – statt wie bislang veranschlagt bei 16,5 Milliarden.

Es sei wahrscheinlich, dass „weniger als zehn Prozent“ der vom Skandal betroffenen 11,5 Millionen Autos tatsächlich teure Nachrüstungen brauchen. „Eine weitere positive Überraschung ist die relativ stabile Nachfrage“, sagt Pieper. Der weltweite Verkauf sei in der zweiten September-Hälfte sowie im Oktober nur um ein Prozent gefallen.

Allein steht Pieper mit seiner Einschätzung jedenfalls nicht da. Von 44 durch Bloomberg befragten Analysten plädieren acht für den Kauf, also knapp ein Fünftel. Zu den Optimisten zählen auch Berenberg, UBS oder die MainFirst. Fünfzehn Analysten raten zum Halten, elf zum Verkauf der Aktie. Sie befürchten niedrigere Kurse wegen der weiter anhaltenden Unsicherheit um Strafzahlungen und der Kosten für den Rückruf betroffener Wagen.

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Trotz seiner Kaufempfehlung ist auch Jürgen Pieper sich der Schwierigkeiten des Volkswagen-Konzerns bewusst. 2016 werde das Ergebnis der VW-Gruppe vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 14 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro sinken. Bei den Einzelmarken Porsche, MAN und Scania sollten die Gewinne jedoch steigen.

Ganz unbefangen ist das Bankenhaus Metzler allerdings nicht. Schließlich gibt es eine Verbindung zum Volkswagen-Konzern, und zwar über das niederländische Unternehmen Leaseplan. Deren Anteile hält die Gesellschaft Global Mobility Holding. Die wiederum gehört jeweils zur Hälfte Metzler und Volkswagen. Beide haben ihre Anteile im Juli an eine Investorengruppe verkauft. Das Geschäft soll zum Jahresende abgeschlossen werden. Wie weit der Verkauf vorangeschritten ist, wollte die Bank auf Anfrage nicht kommentieren.

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