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30.07.2013

17:17 Uhr

Vorstandswechsel bei Siemens

Neue Besen kehren gut – aber nur kurz

VonDirk Wohleb

Wenn der Chef gehen muss, nährt das die Hoffnung auf steigende Kurse. So wie beim Rauswurf von Siemens-Chef Peter Löscher. Doch das Pulver ist schnell verschossen, wie zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit zeigen.  

Nach Löschers Abgang

Siemens: Kaeser ist die Zukunft

Nach Löschers Abgang: Siemens: Kaeser ist die Zukunft

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DüsseldorfBörsianer lieben positive Überraschungen. Sie sind der Treibstoff für die Aktienmärkte, der die Phantasie der Investoren beflügelt. Ein unerwarteter Anstieg der Umsätze oder ein vielversprechendes Patent – überraschende Nachrichten können die Kurse von Aktiengesellschaften in die Höhe treiben.

Aber auch der Rauswurf eines erfolglosen Vorstandschefs weckt Hoffnungen, wie das derzeit beim unfreiwilligen Abgang von Siemens-Chef Peter Löscher der Fall ist.

Das Vertrauen in Peter Löscher hat in den vergangenen Jahren stark gelitten. Seit der Amtsübernahme von Löscher 2007 ist die Siemens-Aktie um rund 20 Prozent gefallen. Damit entwickelte sie sich deutlich schlechter als der Dax, der im gleichen Zeitraum um sieben Prozent zulegte. Fünfmal musste Löscher in dieser Zeit die Gewinnziele korrigieren. Die jüngste Gewinnwarnung brachte dann das Fass zum Überlaufen. Am Wochenende soll sich der Siemens-Aufsichtsrat mehrheitlich auf seine Ablösung verständigt haben. Eine Entscheidung wird am Mittwoch erwartet.

Siemens

Siemens-Chart: Der bevorstehende Wechsel an der Unternehmensspitze von Siemens hat sich aktuell noch nicht in den Aktienkursen niedergeschlagen.

Auf den Aktienkurs von Siemens hat sich das in dieser Woche noch nicht ausgewirkt. Für Aktionäre ist die Sache dennoch klar: Sie bauen auf den designierten neuen Vorstandschef Joe Kaeser.

„Zwar trägt ein Vorstandschef nicht ausschließlich die Verantwortung für die Ziele des Unternehmens, aber er muss diese glaubwürdig nach außen und innen verkörpern“, sagt Jasko Terzic, Analyst für Siemens bei der DZ Bank. Mit der jüngsten Gewinnwarnung sei so viel Glaubwürdigkeit verloren gegangen, dass ein personeller Neuanfang Sinn ergibt. Terzic vergleicht den Vorstandswechsel mit einem Trainerwechsel beim Fußball: „Frischer Wind und neue Ideen sorgen für Impulse und können viel Energie freisetzen“.

Wechsel an der Vorstandsspitze lösen häufig heftige Reaktionen an der Börse aus. Allerdings kann der Effekt – ebenso wie im Fußball – schnell verpuffen. Das zeigen zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

30.07.2013, 17:28 Uhr

Wer aus der dritten Management Reihe kommt und auf einmal Chef wird wie Löscher, braucht einen starken Charakter.

Haben da etwa die Headhunter geschlafen, die genau so etwas checken sollten?

Wofür braucht man diese Leute sonst?

Für mich sind Headhunter eine ganz, ganz schmutzige Branche.

Account gelöscht!

30.07.2013, 17:40 Uhr

Ich habe noch keinen Headhunter gesprochen, dem es darum ging den Besten für seinen Auftraggeber zu suchen. Dagegen habe ich schon viele Headhunter gesprochen, die auf eigene Rechnung unterwegs sind.

Je höher das Managementlevel, desto wichtiger die Personalauswahl. Genau das können aber Headhunter in der Regel gar nicht leisten. Siehe auch Löscher, der aus x.ter Management-Ebene nach oben befördert wurde. Da gabs bestimmt weltweit zig tausende auf seiner Ebene. Aber nur wenige Hundert oder weniger auf der Ebene darüber.

Wogissimo

30.07.2013, 22:58 Uhr

Wie sagt man: "Es gibt nichts schlimmeres als keine Beziehung zu haben" plus der Tatsache, dass es ausserdem eine Honorarberatung ist.
WF

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