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20.01.2004

06:55 Uhr

VW wird allenfalls 2005 ein Comeback zugetraut

Analysten fahren auf BMW-Aktie ab

VonJosef Hofmann (Handelsblatt)

Kleine Geländewagen, große Vans, günstige Kompakte und superteure Sportwagen: Eine wahre Flut neuer Autos rollt in diesem Jahr auf den Markt. Was den Kunden freut, kommt die Hersteller erst einmal teuer zu stehen.

FRANKFURT/M. Mit der Modellvielfalt steigen die Entwicklungskosten. Sie drücken ebenso auf die Margen wie der Preiskampf um die Kunden, der sich auch 2004 fortsetzt. Die Lust auf neue Autos dürfte nach Einschätzung der meisten Marktbeobachter zwar in diesem Jahr wachsen – aber eben nur ein bisschen.

Für die europäischen Autobauer mit ihrem starken Engagement auf dem US-Markt kommt ein weiterer Risikofaktor hinzu: der Dollar. Die Konzerne sind zwar mehr oder weniger gut gegen dieses Risiko abgesichert, doch eine prognostizierte längerfristige Dollarschwäche hat die US-Investmentbank Goldman Sachs kürzlich bereits dazu veranlasst, bei europäischen Autoaktien insgesamt zur Vorsicht zu raten. Nach Meinung der Commerzbank- Analysten Adam Collins und Robert Asthon ist ein Teil dieser Zurückhaltung aber längst in den Kursen enthalten. Sie sehen eine anhaltende Unterbewertung des Sektors, die sie „nicht für gerechtfertigt halten“, schreiben die Branchenkenner.

Eindeutiger fallen bei den Analysten die Bewertungen darüber aus, welchem Papier innerhalb der Branche am ehesten Potenzial zugetraut wird: Vor allem von BMW erwarten die meisten Experten steigende Kurse im laufenden Jahr. Für BMW spricht nach der Ansicht der meisten Analysten eine deutliche Steigerung des Absatzvolumens. 2004 ist das erste volle Verkaufsjahr für die neue 5er-Serie; zudem kommen der sportliche 6er, der kompakte Geländewagen X3 und dann im Herbst der kleine BMW 1er neu auf den Markt. WestLB-Analyst Horst Schneider geht daher davon aus, dass die BMW-Aktie allein schon auf Grund der vielen neuen Modelle starken Schwung erhält, und er empfiehlt das Papier. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über 10 ist die Aktie nämlich trotz des positiven Ausblicks, solider Finanzen und von Analysten immer wieder bestätigter konservativer Bilanzierung niedriger bewertet als beispielsweise Daimler-Chrysler oder Porsche. Darauf aufbauend raten unter anderem auch die Commerzbank, Morgan Stanley und Sal. Oppenheim dazu, das BMW-Papier überzugewichten. Negative Statements gibt es zu den Münchenern dagegen aktuell nicht. Allerdings prognostizieren einige Banken, dass sich der Kurs lediglich parallel zum Gesamtmarkt entwickeln wird.

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