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31.03.2006

16:25 Uhr

Wacker Chemie im Graumarkt stark gefragt

Patrizia-Debüt macht anderen Börsenkandidaten Mut

Die Augsburger Patrizia Immobilien hat den Investoren bei ihrem Börsendebüt deutliche Zeichnungsgewinne beschert. Die freundliche Aufnahme des Immobilien-Projektentwicklers am Kapitalmarkt dürfte den Weg für die vor Ostern anstehenden Börsengänge von Magix, SAF und vor allem Wacker Chemie erleichtern.

HB FRANKFURT. Die Patrizia-Aktien notierten an ihrem ersten Handelstag am Freitag mit 22,85 Euro zeitweise mehr als 20 Prozent über dem Zuteilungspreis von 18,50 Euro. „Wir finden den Start an der Börse großartig“, sagte Patrizia-Vorstandschef Wolfgang Egger. „An der Kursentwicklung kann man ablesen, dass die Aktie zu einem fairen Preis ausgegeben worden ist.“ Seiner Aussage nach war die Emission mehrfach überzeichnet.

Patrizia ist in diesem Jahr nach der Sicherheitstechnikfirma Primion der zweite Neuling im Prime Standard, dem am stärksten regulierten deutschen Börsensegment. Die auf die Privatisierung von Mietwohnungen spezialisierte Gesellschaft peilt den Nebenwerteindex MDax an, in dem bereits die Immobilienfirmen Vivacon, Deutsche Euroshop und IVG vertreten sind.

Vom Emissionserlös von gut 400 Mill. Euro fließt der Löwenanteil auf das Konto der Altgesellschafter um Firmengründer Egger. Mit den Patrizia selbst aus dem Börsengang zukommenden 122 Mill. Euro will Egger neue Immobilienprojekte finanzieren. Nach voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption sind rund 46 Prozent der Aktien im Streubesitz. Von den zur Emission vorgesehenen Aktien wurden mehr als 80 Prozent an ausländische Investoren zugeteilt.

Aktienexperten werten den Börsengang von Patrizia als Erfolg. Für Händler Florian Weber von der auf vorbörslichen Handel spezialisierten DKM Wertpapierhandelsbank stützt die Erstnotiz des Immobilienspezialisten die Nachfrage nach anderen IPO-Kandidaten. „Viele Anleger versprechen sich nach dem erfolgreichen Debüt von Patrizia auch bei anderen Börsenkandidaten Zeichnungsgewinne“, sagte er.

Die Aktien der am 10. April an die Börse strebenden Wacker Chemie notierte am ersten Tag der Zeichnungsfrist mit 91 bis 95 Euro je Stück deutlich über der Preisspanne von 70 bis 80 Euro. Dies sei auch mit Blick auf das große Transaktionsvolumen überraschend, sagten Händler. Allerdings habe das gelungene Böersendebüt von Ptrizia auch gezeigt, dass der Markt derzeit bereit sei, auch große Transaktionen gut aufzunehmen. Mit einem Emissionsvolumen von bis zu 1,2 Mrd. Euro könnte der Münchener Chemiekonzern der größte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr werden.

Auch die Papiere der nächsten Donnerstag an die Börse strebenden Softwarefirmen Magix und SAF lagen im Graumarkt über ihrer jeweiligen Preisspanne. Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba Trust zufolge sind die Anleger wieder bereit, mehr Risiken einzugehen. „Daher ist es derzeit ein günstiges Klima für Börsengänge“, sagte er.

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