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22.04.2015

18:21 Uhr

Windeln.de

Börsengang dürfte 200 Millionen Euro schwer werden

Es gibt erste Details zum geplanten Börsengang des Internet-Babyausstatters Windeln.de: Die Erstnotiz ist für den 8. Mai geplant, die Preisspanne für die Aktien soll zwischen 16,50 und 20,50 Euro liegen.

Der Versandhändler für Baby- und Kleinkinderartikel plant den Gang an die Börse. dpa

Windeln.de

Der Versandhändler für Baby- und Kleinkinderartikel plant den Gang an die Börse.

FrankfurtDer Internet-Babyausstatter Windeln.de gibt Gas bei seinem geplanten Börsengang. Die Erstnotiz ist für den 8. Mai geplant, wie das Münchner Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die insgesamt gut elf Millionen Aktien werden Investoren bis zum 6. Mai in einer Preisspanne zwischen 16,50 und 20,50 Euro angeboten. Damit dürfte der Börsengang etwa 200 Millionen Euro schwer werden.

Windeln.de hatte die Börsenpläne vor anderthalb Wochen publik gemacht. Bis zu 120 Millionen sollen der Finanzierung der weiteren Expansion dienen, der Rest geht an die Gründer und Wachstumsfinanzierer der fünf Jahre alten Firma. "Der Börsengang wird uns eine beschleunigte Umsetzung unserer Wachstumsstrategie in den kommenden Jahren ermöglichen", erklärte Vorstand und Mitgründer Alexander Brand.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Das Unternehmen vertreibt unter anderem Windeln, Nahrung und Spielzeug für Babys und Kleinkinder. 2014 hat sich der Umsatz auf 101 Millionen Euro mehr als verdoppelt, davon mehr als die Hälfte in China. Der Internet-Shop unter der namensgebenden Marke hat 2014 vor Steuern und Zinsen einen Gewinn erzielt. Unter dem Strich stand ein Verlust von fast zehn Millionen Euro Verlust.

Von

rtr

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