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07.01.2013

09:14 Uhr

Wohnimmobilienkonzern

Goldman Sachs soll LEG börsenreif machen

Der nordrhein-westfälische Wohnimmobilienkonzern LEG, zu dessen Eignern unter anderem Goldman Sachs gehört, prescht vor an die Börse. Noch im ersten Jahr sollen die ersten Aktien in den Handel gehen.

Deutsche Börse in Frankfurt: LEG Immobilien drängt aufs Parkett. dpa

Deutsche Börse in Frankfurt: LEG Immobilien drängt aufs Parkett.

FrankfurtDie nordrhein-westfälische Wohnimmobiliengesellschaft LEG drängt mit Macht an die Börse. Das Unternehmen und seine Eigentümer, die Whitehall-Immobilienfonds von Goldman Sachs und der Finanzinvestor Perry Capital, kündigten den Schritt an den Frankfurter Kapitalmarkt am Montag noch für das erste Halbjahr an. In Finanzkreisen wird die Erstnotiz jedoch bereits für den Februar erwartet. Whitehall und Perry, die die LEG NRW GmbH dem Land Nordrhein-Westfalen 2008 abgekauft hatten, wollen in einem ersten Schritt nur eine Minderheitsbeteiligung abgeben. Zuletzt war von maximal einem Drittel der Anteile die Rede.

Mit 91.000 Wohnungen ist die LEG einer der größten Wohnungs-Eigentümer in Deutschland. Bei einem Wert des Portfolios von 4,7 Milliarden Euro dürfte das Volumen des Börsengangs auf jeden Fall ein Milliarden-Volumen erreichen. Die LEG bezifferte den Nettovermögenswert (NAV) der Wohnungen per Ende September 2012 auf 2,37 Milliarden Euro. Whitehall und Perry Capital hatten 3,4 Milliarden Euro an das Land gezahlt und damit die Schulden von damals 2,6 Milliarden Euro übernommen. Die LEG sei langfristig solide finanziert, die Kredite liefen im Schnitt noch zwölf Jahre, hieß es in der Mitteilung vom Montag.

2011 erwirtschaftete die LEG ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von 210,6 Millionen Euro, aus dem operativen Geschäft (FFO) flossen ihr 111,8 Millionen Euro zu. Das ist die für Immobilienunternehmen maßgebliche Ertragskennziffer. „Durch den soliden Cash-Flow bietet die LEG zudem nachhaltig attraktives Dividendenpotenzial“, wirbt die LEG um Investoren. LEG-Geschäftsführer Thomas Hegel sagte, das Unternehmen habe den Umbau "von einem landeseigenen öffentlich-rechtlichen Wohnungsversorger und Stadt- und Projektentwickler hin zu einem privatwirtschaftlichen Wohnungsunternehmen" geschafft. „Dabei haben wir gezeigt, dass wir die Leistungsfähigkeit besitzen, sowohl den Mietern als auch den Investoren gerecht zu werden.“ Die mit dem Land vereinbarte Sozialcharta für die Mieter gelte weiter.

Die LEG und ihre Eigentümer wollen den Rückenwind von der Börse nutzen, die sich in den vergangenen Monaten gut entwickelt hat und vor allem kaum mehr das Auf und Ab in den Kursen zeigt, das eine Preissetzung für Börsengänge lange erschwert hatte. Mit Telefonica Deutschland hatte es im Herbst erstmals seit fünf Jahren einen milliardenschweren Börsengang in Deutschland gegeben. Die Experten der Unternehmensberatung PwC rechnen 2013 mit bis zu 14 Initial Public Offerings (IPOs) hierzulande. Die übrigen Kandidaten dürften jedoch erst nach Ostern in die Gänge kommen, weil sie ihren Börsenprospekt auf den Geschäftszahlen für das Gesamtjahr aufbauen, die in der Regel frühestens im Februar fertig sind.

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Begleitet werde der Börsengang federführend von Goldman Sachs und der Deutschen Bank. Nach der offiziellen Ankündigung dauert es in der Regel rund vier Wochen bis zur Erstnotiz. Reuters hatte schon im Dezember berichtet, dass die LEG den Schritt an die Börse noch vor Ostern wagen werde und damit zum ersten großen IPO des Jahres würde.

Von

rtr

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