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01.07.2013

17:59 Uhr

Wohnungskonzern

Deutsche Annington muss um Börsengang zittern

Bislang lässt die Nachfrage der Investoren nach Aktien des Wohnungskonzerns Deutsche Annington noch zu Wünschen übrig. Das bringt den gesamten Börsengang nun ins Wanken. Deutsche Fondshäuser winken reihenweise ab.

Die Immobilienfirma Deutsche Annington zittert wieder um den sicher geglaubten Börsengang. dpa

Die Immobilienfirma Deutsche Annington zittert wieder um den sicher geglaubten Börsengang.

FrankfurtDer Börsengang des Wohnungskonzerns Deutsche Annington gerät zur Zitterpartie: Einen Tag vor Ende der Zeichnungsfrist liege die Nachfrage der Investoren noch unter der Zahl der angebotenen Aktien, wie zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag sagten. „Viele Investoren warten bisher vergeblich auf die Botschaft, dass das Orderbuch schon einmal gefüllt ist“, sagte einer der Insider. Erfolgreiche Börsengänge setzen eine zweifache Überzeichnung voraus. „Selbst die angelsächsischen Investoren sind sehr preisempfindlich geworden“, hieß es in den Kreisen.

Deutsche Annington hatte die Preisspanne auf 18 bis 21 Euro festgesetzt, selbst am unteren Ende wäre das nur ein geringer Abschlag auf den Substanzwert (NAV) des Unternehmens. Die großen deutschen Fondshäuser winken bei der Aktie reihenweise ab, wie aus Finanzkreisen verlautete. „Der faire Preis würde nach unserer Einschätzung bei 16,38 Euro liegen“, hieß es von einer Gesellschaft. „Eine Verlängerung der Zeichnungsfrist bringt gar nichts“, sagte ein Beteiligter. „Zu 17 Euro ließen sich die Aktien platzieren, aber ich weiß nicht, ob Terra Firma sich darauf einlässt.“

Mit Niedrigzinsen zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses besonders?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für zehn Jahre gibt es derzeit mit einer Verzinsung von deutlich unter zwei Prozent. Allerdings haben die Preise für Immobilien besonders in Großstädten in den vergangenen Jahren deutlich angezogen.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit besonders groß ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern häufig aktuelle Zinskonditionen. Die Hausbank kann ein wichtiger Ansprechpartner sein - ist jedoch nicht immer zwingend die erste Wahl. Ein Anbietervergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben oft aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Immobilienpreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesters staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen. Die Stiftung Warentest rät zu Versicherungen für den Todesfall.

Der Annington-Eigentümer Terra Firma gibt sich noch gelassen: Angesichts der Resonanz der Investoren gebe es keinen Grund, über eine Senkung der Preisspanne nachzudenken, hieß es im Umfeld des Finanzinvestors. Sollten die Aktien am unteren Ende der Preisspanne platziert werden, läge das Emissionsvolumen bei einer Milliarden Euro. Die Erstnotiz ist für diesen Mittwoch geplant. Deutsche Annington wollte sich am Montag nicht äußern.

Von

rtr

Kommentare (3)

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oha

01.07.2013, 19:54 Uhr

Verrottende Bausubstanzen: wer schon soll so etwas wollen - und dann noch im Portfolio.

Stirni

01.07.2013, 20:06 Uhr

Erst die Mieter abgezockt und dann die Aktionäre abzocken wollen. Der schlechte Ruf ist vorausgeeilt. Natürlich möchte Niemand mit dem Unternehmen etwas zu tun haben. Und das zurecht.

Account gelöscht!

01.07.2013, 21:50 Uhr

"Hands off!", schrieb ich schon vor Wochen in Anspielung auf den Namen des Chefs von Terra Firma. Wetten, dass die die Price-Range runternehmen? Der einzige Grund ist, dass sie das Geld dringend brauchen. Ohne Emission sind sie in einem Jahr Geschichte. Aber auch mit € 16/18 haben die Zeichner kaum Chancen auf einen Börsenerfolg: Die Story ist erst mal zu Ende.

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