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19.12.2014

10:40 Uhr

Yahoo-Aktie

Marissa Mayer haucht Google-Konkurrenten Leben ein

Quelle:Börse am Sonntag

Yahoo bläst zum Angriff gegen Google. Die Zusammenarbeit mit Firefox soll Googles Vorherrschaft einschränken. Möglich gemacht hat es Marissa Mayer. Anleger sind gespannt, wie es weiter geht.

Marissa Mayer, Vorstandschefin von Yahoo. dpa

Marissa Mayer, Vorstandschefin von Yahoo.

Google? Was ist das? Was heute unvorstellbar erscheint, ist für die Zukunft plötzlich denkbar geworden. Denn wenn das, was Firefox macht, Geschichte schreiben sollte, könnte die Marktmacht von Google bald gebrochen werden. Einer der wichtigsten Browser der Welt wechselt plötzlich die Seiten. Die Mozilla Corporation, Gründerin und Herstellerin von Mozilla Firefox (kurz: Firefox) hat in den USA eine Partnerschaft mit Yahoo geschlossen. Künftig ist bei Firefox die Yahoo-Suchmaschine Standard – und nicht mehr Google.

Den neuen Yahoo-Deal hatten die wenigsten auf der Rechnung. Denn die Allianz zwischen Google und Mozilla besteht schon seit Jahren. Wer Firefox auf seinem Rechner installierte, hatte zugleich Google als Standard-Suchmaschine auf dem Schirm. Für die Exklusiv-Vermarktung kassierte der Software-Entwickler aus San Francisco dreistellige Millionensummen im Jahr.

Mozilla hat den ausgelaufenen Vertrag mit Google nicht mehr verlängert. Stattdessen arbeitet die Stiftung in den USA jetzt mit Yahoo zusammen. Auch wenn es für die PC-Nutzer nicht schwer ist, die Standard-Suchmaschine seines Browsers in Eigenregie zu wechseln: Für Yahoo könnte der kleine Firefox-Schritt ein großer Schritt werden, die Marktmacht der großen Konkurrenten endlich zu brechen. Der neue Vertrag läuft fünf Jahre. Yahoo kommt in den Vereinigten Staaten auf einen Marktanteil von rund zehn Prozent bei den Suchanfragen. Der Marktanteil von Firefox beträgt 14 Prozent.

Die Vita von Marissa Mayer

Geburt

Marissa Ann Mayer wurde am 30. Mai 1975 in Washington geboren.

Studium

Mayer studierte Informatik an der Stanford University. Nach dem Studium begann sie ihre Karriere beim Research Lab der Großbank UBS in der Schweiz.

Ihre Zeit bei Google

Anfang 1999 fing Mayer bei Google an. Dort wurde sie als Technikerin eingestellt und leitete das für die Webserver verantwortliche Team. Später war Mayer für die Erstellung neuer Google-Produkte zuständig. 2008 wurde sie vom Wirtschaftsmagazin Fortune als jüngste zu den 50 mächtigsten Frauen der Welt gezählt.

Ehrendoktorwürde

2009 erhielt Mayer vom Institute of Technology aus Illinois die Ehrendoktorwürde im Fachbereich Programmierung.

Der Wechsel zu Yahoo

Am 16. Juli 2012 wechselte Mayer von Google zum Konkurrenten Yahoo. Dort wurde sie zur Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt.

Sanierungsprogramm

Beim kriselnden Internetriesen Yahoo startete Mayer sofort ein Sanierungsprogramm. Als erstes wurde im Februar 2013 das Home-Office abgeschafft. „Bei Yahoo zu sein, das ist nicht nur ein Job, den man von Tag zu Tag erledigt. Es geht um eine Zusammenarbeit,
die nur in unseren Büros möglich ist,“ erklärte sie damals.

Einkünfte

Der Job bei Yahoo zahlt sich für Mayer aus. Ihr Gehalt im ersten halben Jahr bei Yahoo betrug fast 37 Millionen US-Dollar. Ihr Privatvermögen wird auf 300 Millionen Dollar geschätzt.

Privatleben

Mayer, die nach einer mehrjährigen Beziehung mit Google-Gründer Larry Page den Investmentbanker Zachary Bogue heiratete, brachte Anfang Oktober 2012 ihr erstes Kind, einen Jungen, zur Welt.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Yahoo-Chefin Marissa Mayer, sie gehe von einem Wachstum für Yahoo durch die Kooperation mit Firefox aus. Das Vorhaben soll bis Dezember ungesetzt werden. Was Yahoo dafür bezahlt, ist (noch) nicht bekannt.

Marissa Mayer als „Doppelagentin“

Pikant ist, dass ausgerechnet Marissa Mayer Google nun die Show stiehlt. Die gelernte Informatikerin ist seit 2012 Vorstandsvorsitzende bei Yahoo. Davor galt die fotogene Amerikanerin als „Public Face“ bei Google. 1999 startete sie dort ihre Karriere als 20. Google-Mitarbeiterin. Sie bestimmte das Design der Google-Hauptseite. An der Gestaltung von Google News, Gmail und des sozialen Netzwerkes Orkut wirkte sie maßgeblich mit. Später war Mayer Produktmanagerin für die Google-Suchprodukte und hatte den Rang eines Vice President inne. Die von Newsweek als „Zarin für Produktstarts“ bezeichnete Mayer war damit für alle neuen Produkte von Google zuständig, so dass die Los Angeles Times ihr bescheinigte, kein anderer Mensch habe so viel Einfluss darauf, wie Menschen das Internet erleben.

Yahoo ist, seitdem Mayer das Ruder übernommen hat, eine erstaunliche Erfolgsstory, denn der Internetkonzern stand vor ihrem Amtsantritt mit dem Rücken zur Wand. Sie baut den Konzern rasch und konsequent um, und nun häufen sich die Erfolgsmeldungen. Ein Highlight ist dabei das erfolgreiche Börsendebüt des Onlinehändlers Alibaba, von der auch die Aktie von Yahoo maßgeblich profitierte. Yahoo ist derzeit noch mit rund 15 Prozent an Alibaba beteiligt und fährt im Kielwasser der sensationellen Entwicklung des chinesischen E-Commerce-Giganten.

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