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02.10.2014

12:56 Uhr

Zalando-Aktie

Katerstimmung nach Zalando-Spektakel

VonLisa Hegemann, Roman Tyborski

Was wurde gestern gefeiert. Konfetti flog durch die Luft, Models liefen über das Parkett und Fotografen sorgten für Blitzlichtgewitter. Zalandos IPO war ein Schaulaufen mit einem schnellen Ende. Die Aktie schmiert ab.

Zalandos Börsenparty ist zu Ende. Jetzt muss der Müll aufgeräumt werden. dpa

Zalandos Börsenparty ist zu Ende. Jetzt muss der Müll aufgeräumt werden.

DüsseldorfHeisere Stimme, Kopfschmerzen und Übelkeit – die gestrige Börsenparty hat Zalando arg zugesetzt. Doch die Ausfallerscheinungen machen sich nicht erst seit heute bemerkbar. Bereits während des Börsendebüts am Mittwoch wollte keine wirkliche Feierstimmung bei Zalando aufkommen. Kurz nach der Erstzeichnung der Aktie verloren die Papiere ordentlich an Wert. In der Spitze gaben sie bis zu zehn Prozent nach.

Heute sieht es nicht besser aus - im Gegenteil: Das Zalando-Papier fiel schnell unter 20 Euro und damit 1,50 Euro unter den Ausgabepreis.

Auch der Börsengang der Muttergesellschaft Rocket Internet vermochte die Stimmung nicht zu verbessern. Die Aktien von Rocket Internet hatten selbst mit größeren Verlusten zu kämpfen. Zuletzt notierten sie knapp elf Prozent im Minus. Zalando sackten um 7,4 Prozent ab.

Dabei hatte gestern alles so feierlich begonnen. Passend zur Erstnotiz des Modehändlers hat sich das Parkett in Frankfurt in einen Laufsteg verwandelt. Zehn Schaufensterpuppen standen am Mittwoch im Eingang des Börsengebäudes, sechs Models liefen einmal um die Handelsschranke herum – ein Schaulaufen zum IPO. Auch die Fassade war im Stil eines Zalando-Pakets gestaltet. Auf dem Börsenparkett drängelten sich die Zalando-Manager, Banker, Händler und Journalisten.

Zahlen zu Zalando

Umsatz

Januar bis Juni 2014: 1,1 Milliarde Euro
Gesamtjahr 2013: 1,8 Milliarde Euro
Gesamtjahr 2011: 510 Millionen Euro

Betriebsergebnis (EBIT)

Januar bis Juni 2014: 3,6 Millionen Euro
Gesamtjahr 2013: minus 113,9 Millionen Euro
Gesamtjahr 2011: minus 58,9 Millionen Euro

EBITDA

Januar bis Juni 2014: 15,9 Millionen Euro
Gesamtjahr 2013: minus 99 Millionen Euro
Gesamtjahr 2011: minus 57,2 Millionen Euro

Webseiten-Aufrufe

Gesamtjahr 2013: 1,2 Milliarde Besucher
Gesamtjahr 2011: 324,6 Millionen Besucher

Aktive Kunden

Gesamtjahr 2013: 13,1 Millionen Kunden
Gesamtjahr 2011: 4,8 Millionen Kunden

Durchschnittliche Bestellung pro aktivem Kunde

Gesamtjahr 2013: 2,68 Bestellungen
Gesamtjahr 2011: 2,29 Bestellungen

Durchschnittliche Warenkorbgröße

Gesamtjahr 2013: 62,50 Euro
Gesamtjahr 2011: 58,10 Euro

„Bei einem Börsengang habe ich das zuletzt bei der Telekom erlebt“, sagte Robert Halver, Händler bei der Baader-Bank. Von einer Euphorie für Börsengänge will er aber nicht sprechen. „Wenn wir den Neuen Markt im Hinterkopf haben, dann wissen wir, das war damals eine völlig überzogene Euphorie. Was wir im Augenblick an Börsengängen sehen ist eher ein langsamer Weg zurück zur Normalität.“

Zalando, bekannt für seine aggressive Werbestrategie, hat es sich nicht nehmen lassen, auch auf dem Frankfurter Börsenparkett für Aufsehen zu sorgen. Der Börsenneuling ließ sich auch für das traditionelle Glockenläuten einen PR-Gag einfallen: Die Vorstände Rubin Ritter (32), David Schneider (32) und Robert Gentz (31) zauberten die Glocke aus einem Zalando-Paket hervor. Um kurz nach neun wurde dann der Börsenstart eines der größten deutschen Onlinehändler eingeläutet.

Kommentare (1)

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Herr Ronny Michael

02.10.2014, 16:56 Uhr

Also, ich hatte eigentlich auch Aktien kaufen wollen, doch dann las ich, dass es nicht Zalandi ist, die international expandieren, das machen entsprechende Ländergesellschaften und das Ganze wird dann wohl unter einer Holding einsortiert.
So bleiben für Zalando wohl nur die deutschsprachigen Länder und somit steckt da nicht mehr die ganz große Story drin, denn Versandriesen wie Otto sind mittlerweile wach geworden und richten sich neu aus, gründen fluffige Tochtergesellschaften, die sich speziel um junge Leute bemühen und um kaufkräftige Middelager.
Zwar wird so ein Riese wir Otto deshalb keine Siebenmeilenstiefel anziehen, wie Zalando, das müssen sie allerdings auch nicht, da die komplette Logistik schon steht.
Ich warte erstmal ab, bi die nächsten Geschäftzahln kommen.
Doch in Kompliment an die Samwer Brüder und an die Mitgesellschafter Schneider und Gentz;, denn es ist schon beeindruckend, was diese Leut da in wenigen Jahren aus dem Boden gestampft haben.
I sollten jedoch jetzt konsolidieren und Gewinne machen sonst wird man sie am Ende nicht meh mögen. Was Jim Bezo mit Amazon gemacht hat, wir so schnell nicht wiederholt werden können und auch dem verzeiht man immer weniger, dass er immer noch keine Gewinne macht.

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